Die Bundesrepublik schrumpft und altert – und das schon seit Jahrzehnten. Endlich entwickeln Forschung und Wirtschaft Strategien zur Bewältigung der Probleme.
Deutschland im Jahr 2050: Die Zahl der Bundesbürger ist auf 69 Millionen geschrumpft. Ein Drittel davon ist über 65 und aus dem aktiven Leben ausrangiert. Die Rente mit 67 wurde längst wieder abgeschafft. Stattdessen hören die Menschen immer früher auf zu arbeiten. Die Rentenbeiträge steigen gewaltig – mit der Folge, dass im privaten Sparschwein weder Geld fürs Alter steckt noch für die Kinder. Da es von denen immer weniger gibt, hat auch der Staat seine Investitionen zurückgefahren: In Kindergärten und Schulen fällt der Putz von den Wänden. Die Abwärtsspirale ist nicht mehr aufzuhalten: Der Nachwuchs ist schlechter qualifiziert. Es mangelt an Fachkräften. Die Produktivität der Wirtschaft sinkt. Deutschland verliert seinen Status als Hochlohn- und Hightech-Land. Die Jüngeren wandern aus. Auch Zuwanderer können das Loch nicht stopfen. Deutschland schrumpft immer schneller – sichtbar an Geisterstädten, Industriebrachen und einer verrottenden Infrastruktur.
Die Zahlen stimmen zwar, trotzdem muss dieses Szenario nicht zwangsläufig eintreten. Die Prognosen sind in den letzten Jahren zuversichtlicher geworden, die Angst vor den Folgen der Rentnerschwemme ebbt langsam ab. Bis 2030 prophezeit das Beratungsunternehmen Prognos eine Halbierung der Arbeitslosigkeit und das Ende der Altersdiskriminierung. Die Zahlen aus der jüngsten Vergangenheit geben Hoffnung: Im Jahr 2000 haben 38 Prozent der über 55-Jährigen gearbeitet, 2005 waren es bereits rund 45 Prozent. Und das Renteneintrittsalter hat sich zwischen 1996 und 2004 von 59,5 Jahren auf 60,5 Jahre leicht erhöht, verkündet das Internationale Institut für empirische Sozialökonomie in Stadtbergen bei Augsburg.
In den letzten Jahren sank die Zahl der Erwerbstätigen über 60 Jahre noch ganz rapide – da sehen Forscher Handlungsbedarf. Wenn 2025 die Älteren noch genauso aus dem Arbeitsprozess verdrängt werden wie heute, werden knapp acht Prozent weniger Arbeitsstunden geleistet, hat James Vaupel, Direktor am Max-Planck-Institut für Demografische Forschung in Rostock, ausgerechnet. Er erfasst in seinem Rostocker Index die durchschnittlich geleisteten Wochenarbeitsstunden, und zwar vom Säugling bis zum Greis. 2003 waren dies in Deutschland etwa 16,5 Stunden, in den USA dagegen 18,5 und in Frankreich 15,3 Stunden. Dieses Maß hilft ihm dabei, in Modellen die Arbeit auf mehr Schultern und mehr Altersgruppen zu verteilen.
Ende der starren Lebensphasen
Zurzeit ist die Situation günstig, weil die geburtenstarken Sechziger-Jahrgänge beruflich aktiv sind und nur für wenige Kinder sorgen müssen. Heute arbeitet ein 45-Jähriger pro Woche durchschnittlich 30 Stunden, ein 60-Jähriger nur 8. Hier sind Stellschrauben: Modellrechnungen zeigen, dass die Gesamtzahl der Arbeitsstunden konstant bliebe, wenn 2025 die 50- bis 60-Jährigen ebenso wie die 45-Jährigen 30 Stunden im Schnitt arbeiteten und die Arbeitszeit der 60- bis 65-Jährigen auf 20 Wochenstunden stiege. Wenn auch die 65- bis 70-Jährigen arbeiten würden, wären Entlastungen der mittleren Generation für die Zeiten der Kindererziehung möglich. „Es wäre viel gewonnen, wenn die starre Dreiteilung aufgebrochen werden könnte, die das Lernen in der ersten Lebensphase, das Arbeiten in der Lebensmitte und die Freizeit in den späteren Jahren konzentriert”, meint Vaupel. Das „ Lebensarbeitszeitkonto” soll der Einzelne selbst aktiv verwalten, fordert er, indem er Teilzeitphasen oder Ausstiegszeiten zur Kindererziehung, für die Weiterbildung oder die Altenpflege einlegt, und in anderen Zeiten umso mehr arbeitet. So könne man im Alter kürzer arbeiten und dennoch über eine insgesamt längere Lebensarbeitszeit Rentenansprüche erwerben.
Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen geistiger und körperlicher Arbeit. Bei den Akademikern über 55 ist die Arbeitslosigkeit mit nur 3,6 Prozent relativ niedrig, während sie in der Gruppe der Unqualifizierten mittleren Alters – zwischen 35 und 55 Jahren – mit 26 Prozent sehr hoch ist. Den Akademikern eröffnen sich durch den sich anbahnenden und teilweise schon manifesten Mangel an Ingenieuren und anderen Fachkräften zunehmend bessere Chancen. Es gibt bereits einige Unternehmer – wie den schwäbischen Fabrikplaner Otmar Fahrion –, die daraus Konsequenzen ziehen: Fahrion suchte in seinen Stellenanzeigen explizit Ingenieure zwischen 50 und 65 Jahren. Aus Hunderten von hervorragenden Bewerbungen wählte er die passenden Leute aus. Fahrion betont, dass er dabei nicht in erster Linie sozial, sondern betriebswirtschaftlich denkt.
Ältere sind engagierter
Ältere seien oftmals – auch für Auslandseinsätze – flexibler und engagierter als jüngere Menschen, die gerade mit dem Hausbau oder den Kindern beschäftigt sind. Besonders bei komplexen Aufgaben schätzt er die größere Berufserfahrung der älteren Arbeitnehmer. Denn insbesondere in qualifizierten Berufen ist ein altersbedingter Leistungsabbau nicht zu beobachten. Psychologische Studien vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin (MPIB) belegen sogar das Gegenteil: Die sogenannte kristalline Intelligenz, die auf Erfahrung basiert, bleibt bis ins hohe Alter stabil und die soziale Reife kann zunehmen, berichten Psychologen um Ulman Lindenberger.
Mit zunehmender Erfahrung entwickeln ältere Erwachsene außerdem Strategien, die den altersbedingten Abbau von bestimmten Fähigkeiten kompensieren. Das ist seit den Achtzigerjahren bekannt. Der Erziehungswissenschaftler Jürgen Baumert vom MPIB und die Altersforscherin Ursula Staudinger von der Jacobs University Bremen berichten zudem, dass Ältere aufgrund ihrer reiferen Persönlichkeit und einer positiveren Haltung oft schwierige Situationen besser bewältigen. Das sind Eigenschaften, die gerade in Dienstleistungs-, Wissens- und Beratungsberufen sehr gefragt sind. Die „Best-Ager” sind demnach in Unternehmen sehr gut zu gebrauchen. Das stellte auch Constantin Kinias fest, als er für ein hochschuleigenes Forschungsprojekt an der Fachhochschule Kiel 15 ältere und schon länger arbeitslose Ingenieure einstellte, die zusammen mit Forschern der FH für die Industrie Entwicklungsaufgaben lösten. 10 von ihnen wurden übernommen.
Nicht so leicht haben es die Belegschaften in der produzierenden Industrie – knapp 7 Millionen der insgesamt 26 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland. Bergleute, Maurer und Fließbandarbeiter, die häufig schon seit früher Jugend körperlich schwer arbeiten, zeigen mit 50 Jahren deutliche Verschleißerscheinungen. Doch die produzierende Industrie muss sich immer mehr darauf einstellen, auch mit diesen Arbeitern zurechtzukommen.
Wie das funktionieren kann, haben sich Forscher der Universität Kassel unter der Leitung des Arbeitspsychologen Ekkehart Frieling überlegt. Sie untersuchten jeweils 300 Bandarbeiter bei den Autokonzernen VW und BMW, die besonders anstrengende körperliche Arbeit in der Montage verrichteten. „ Weil die Arbeit relativ einfach ist und in kurzen Takten erfolgt, können Bandarbeiter ein Nachlassen der körperlichen Belastbarkeit nicht durch ein Mehr an Erfahrung kompensieren”, erklärt Frieling. Derzeit sind kaum Montagearbeiter über 55 Jahren bei den Autoherstellern tätig, und von den über 50-Jährigen können 20 Prozent nur noch eingeschränkt eingesetzt werden. Um die Arbeiter weniger zu belasten, sollen die Arbeitsplätze abwechslungsreicher gestaltet werden. BMW probiert Inselmontagen aus, bei denen fünf- bis zehnköpfige Teams vollständige Fahrzeuge montieren, statt immer denselben Arbeitsschritt auszuführen. „Wir empfehlen zudem, schon bei den jüngeren Arbeitern die Produktivität durch häufigen Wechsel der Belastungen und durch Weiterbildung zu erhalten. Dann können sie später auch anspruchsvollere Aufgaben bewältigen, die abwechslungsreicher sind”, sagt Frieling.
ab in die verwaltung
Auch das Schmiedeunternehmen Jeco Jellinghaus im nordrhein-westfälischen Gevelsberg, das mit 245 Mitarbeitern Präzisionsteile herstellt, beschäftigt sich mit einer besseren Arbeitsteilung. Die Schmiede müssen schwere Arbeit bei Lärm und Hitze leisten. Ihr Altersdurchschnitt liegt bei 44 Jahren, und der Nachwuchs macht sich rar. Die Lösung sollte zunächst Versetzung heißen: Wenn Arbeiter älter werden, kommen sie in der Verwaltung unter. Doch das entspricht oft weder den Wünschen der Mitarbeiter noch dem Bedarf des Unternehmens. Jeco Jellinghaus setzt daher genauso wie BMW auf mehr Abwechslung: Jeder Arbeitnehmer soll möglichst viele unterschiedliche Tätigkeiten ausführen, um einseitiger Belastung vorzubeugen. Außerdem soll ein Prämiensystem geschaffen werden, dass Qualität statt Quantität belohnt. Der Schlüssel zum Erfolg heißt immer wieder: Weiterbildung. Die „Alten der Zukunft”, die geburtenstarken Jahrgänge aus den Sechzigerjahren, haben von der Bildungsexpansion profitiert.
Rund 30 Prozent haben die Hochschulreife, während in der heutigen Seniorengeneration nur 10 Prozent das Abitur machen konnten. Derzeit gibt es einen Aufwärtstrend – sowohl in der allgemeinen als auch in der beruflichen Weiterbildung. Auch die Volkshochschulen (VHS) spüren den wachsenden Bildungshunger der älteren Generation. Während 1978 nur 8,3 Prozent der VHS-Besucher zwischen 50 und 65 Jahre alt waren, gab es 2003 bereits 21,2 Prozent dieser Altersstufe. Immer mehr Senioren finden nach dem Beruf noch mal den Weg zur Universität – Studieren „50plus” ist angesagt.
2006 besuchten 22 000 Gasthörer mit über 50 Jahren Vorlesungen, die meisten davon waren zwischen 65 und 70 Jahre alt. Zudem sind rund 4000 Senioren regulär eingeschrieben, meldet der Akademische Verein der Senioren in Deutschland (AVDS), in dem sich die Seniorstudenten organisieren. Die Senioren wählen bevorzugt Geschichte, Theologie und Kunstgeschichte als Studienfächer. Solche Studien sind geistig anregend und geben Impulse, sich gesellschaftlich zu engagieren. So wird in Heidelberg das Universitätsmuseum von studierenden Senioren ehrenamtlich betreut und ein Kreis von älteren engagierten Studentinnen kümmert sich um Gastwissenschaftler und ihre Familien. Bildung fördert das ehrenamtliche Engagement. „Die Bereitschaft zum Engagement hat bei den 60- bis 70-Jährigen im letzten Jahrzehnt erheblich zugenommen”, stellt der Sozialhistoriker Jürgen Kocka fest, der die Expertengruppe „ Chancen und Probleme einer alternden Gesellschaft” leitet. Gegründet wurde sie von den Akademien Leopoldina und Acatech zur Beratung der Politik.
Nicht so düster, wie befürchtet
Bei den politischen Parteien sind es die 65- bis 75-Jährigen, die am ehesten zur Übernahme von Ehrenämtern bereit seien. Bei humanitären Organisationen sind sogar die über 75-Jährigen unter den Ehrenamtlichen stärker vertreten als alle anderen Altersgruppen. Kocka sieht darin die große Chance, eine Zivilgesellschaft aufzubauen, in der es zwischen Markt und Staat noch eine dritte gestaltende Kraft gibt: die Bürger. Ob bei Begleitung von hochbetagten Menschen, als Lesepaten für Kinder, im Naturschutz oder in der Kultur – aktive „Unruheständler” können viel für die Gemeinschaft leisten. Doch Staat und Kirchen sowie andere Organisationen sollten die Ehrenamtlichen nicht als kostenlosen Ersatz für wichtige Aufgaben nutzen, fordert Kocka.
Sie müssen Rahmen und Strukturen schaffen, in denen die Ehrenamtlichen agieren können. Ganz so düster, wie befürchtet, sieht es auch beim Thema Pflege nicht aus. Ältere sind gesünder als früher: Es gibt 70-jährige Marathonläufer, ja sogar 90-Jährige, die dieser körperlichen Belastung noch gewachsen sind. Und von den über 3000 100-Jährigen in Deutschland stehen viele noch auf den eigenen Beinen.
Wie man heute weiß, hängen körperliche und geistige Fitness eng miteinander zusammen. Die Gesundheitswelle, verbunden mit einem Bewusstsein für Ernährung und Bewegung könnte Früchte tragen. Deshalb führt die stetig wachsende Lebenserwartung nicht zwangsläufig zu der befürchteten Kostenexplosion im Gesundheitswesen. Hilke Brockmann, jetzt an der Jacobs University Bremen, hat vor wenigen Jahren am Max-Planck-Institut für Demografische Forschung in Rostock untersucht, wie sich Krankenhauskosten auf die Altersgruppen verteilen. Nach der Analyse von 430 000 Krankenhausaufenthalten von AOK-Patienten kam sie zu dem Ergebnis: Es sind nicht die alten Menschen, die die höchsten Kosten verursachen. Die Senioren erhielten weniger teure Therapien als jüngere Patienten mit der gleichen Erkrankung.
Junge Kranke sind viel teurer
Die höchsten Kosten fielen für schwerkranke Frauen zwischen 20 und 49 Jahren an. Ab 60 Jahren nehmen die Ausgaben zur Behandlung von lebensbedrohlichen Krankheiten deutlich ab. „Ein über 90-jähriger Patient verursacht nur knapp die Hälfte der Klinikkosten eines 65- bis 69-jährigen Patienten”, betont sie. Sie führt das vor allem darauf zurück, dass hochinvasive Therapien für ältere Patienten oft körperlich zu beschwerlich sind. Brockmann rechnete die Belastungen des Gesundheitswesens bis 2050 in drei verschiedenen Szenarien durch, die alle auf die gleichen Trends hinweisen: Die Krankenhausausgaben steigen zwar, bis die geburtenstarken Jahrgänge aus den Sechziger-Jahrgängen gestorben sind. Gleichzeitig wird dieser Anstieg aber dadurch begrenzt, dass die Behandlungskosten pro Patient großteils sinken, da die Behandlungen effizienter werden und die Menschen länger gesund bleiben.
Auch die Umwelt kann von der schrumpfenden Gesellschaft profitieren. Und das vor allem, weil es in fast allen Industrienationen heute ähnlich aussieht, die Veränderung also großflächig ist. Doch eine umweltgerechte Renaturierung funktioniert nicht von alleine. Denn mit der Schrumpfung sind nicht automatisch geringerer Flächenverbrauch und weniger Verkehrsaufkommen verbunden. „Abreißen allein reicht nicht aus”, meint Landschaftsarchitekt Carlos Smaniotto-Costas vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (Ioer) in Dresden. Raum für die Natur muss erst geschaffen werden. Als Beispiel nennt er den neuen Grünzug entlang der Weißeritz bei Dresden, dessen Gestaltung die Wissenschaftler des Ioer begleiten. Dafür wurden Industriebrachen entsiegelt und neu genutzt – nicht nur als Park, sondern auch als dringend benötigte Ausweichflächen für die Weißeritz, die beim Jahrhunderthochwasser 2002 erhebliche Schäden anrichtete.
Was der Umwelt nützt, ist für viele städtische Regionen zunächst einmal eine Belastung. Doch manche Stadtverwaltung hat gelernt, aus der Not eine Tugend zu machen: Ostdeutsche Städte wie Görlitz und Bad Harzburg umwerben gezielt zahlungskräftige Senioren mit Luxuswohnungen zu Niedrigpreisen. Die Süddeutsche Zeitung jubelte, allein 2006 seien mehr als 1000 Senioren von Westdeutschland nach „Pensionopolis” gezogen, wie Görlitz genannt wird. Damit entstehen wiederum Arbeitsplätze für jüngere Leute, so die Hoffnung der Stadtobersten. Ob die Rechnung aufgeht, wird sich zeigen. ■
ANTONIA RÖTGER hofft, als Teil des „Geburtenbergs” persönlich von den Chancen des demographischen Wandels zu profitieren.
von Antonia Rötger
KOMPAKT
· Mit neuen Arbeitszeitmodellen könnte die Arbeit im Lauf des Lebens flexibel verteilt werden, um den Arbeitsmarkt je nach Bedarf zu entlasten.
· Da die Menschen im Alter länger gesund sind, werden die Pflegekosten künftig geringer als befürchtet.
· Die überbeanspruchte Umwelt profitiert davon, dass ganz Europa schrumpft.
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Jürgen Hesse, Hans Christian Schrader ZU JUNG FÜR DIE RENTE – ZU ALT FÜR DEN JOB? Warum ältere Arbeitnehmer wieder gute Chancen haben Eichborn 2008, € 14,95
Nikolas Strange KEINE ANGST VOR METHUSALEM! Warum wir mit dem Altern unserer Bevölkerung gut leben können Zu Klampen 2006, € 16,80
Peter Gruss (Hrsg.) DIE ZUKUNFT DES ALTERNS Die Antwort der Wissenschaft C.H. Beck 2007, € 16,90
Karl Otto Hondrich WENIGER SIND MEHR Warum der Geburtenrückgang ein Glücksfall für unsere Gesellschaft ist Campus 2007, € 19,90
Ernst Kistler DIE METHUSALEM-LÜGE Wie mit demographischen Mythen Politik gemacht wird Hanser Wirtschaft 2006, € 19,90
WenigeR und älter – kein problem
Alterung und Geburtenrückgang in Deutschland wirken im Lichte neuer Studien weniger bedrohlich. Wenn die Bevölkerungszahl im Jahr 2050 wieder auf den Stand von 1950 sinkt, kann sich die Umwelt erholen. Dass es immer mehr ältere und immer weniger junge Menschen gibt, könnte eine Umverteilung der Arbeit auffangen. Und da die Menschen im Alter zunehmend gesünder sind, bedeutet eine Lebenserwartung von 85 bis 90 Jahren nicht unbedingt höhere Pflegekosten.
Immer Mehr Ältere Arbeitnehmer
In den letzten zehn Jahren hat die Zahl der Arbeitnehmer über 40 zugenommen, die der Untervierzigjährigen dagegen abgenommen. Das ist für viele erschreckend. Doch ältere Arbeitnehmer haben auch Vorzüge: Sie haben nicht nur mehr Erfahrung, sondern sind oft auch flexibler und engagierter als die jüngeren.
Die deutschen sind nicht altenfeindlich
Wer denkt, ältere Menschen hätten keinen Platz in der Gesellschaft, irrt. Eine repräsentative Befragung von Bundesbürgern durch die Robert Bosch Stiftung 2005 ergab durchweg positive Ergebnisse: Alte Menschen werden von den meisten geschätzt und kaum als finanzielle Last wahrgenommen.





