Pro Jahr setzen 51 Millionen Besucher 2,1 Milliarden Euro in den Nationalparkregionen um und schaffen dadurch über 69.000 Arbeitsplätze laut einer Studie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) aus dem Jahr 2009.
“Das Nationalparkprogramm von 1990 im Osten Deutschlands feiert derzeit sein 20-jähriges Bestehen. Es ist eine Basis der Nationalen Naturlandschaften. Die dort entstehende Wildnis ist unverzichtbar für den Erhalt der biologischen Vielfalt”, so Guido Puhlmann, Vorsitzender von EUROPARC Deutschland, Mitgliedsverband im DNR. “Die Natur von Menschen unbeeinflusst zu lassen, wird in den Nationalparks und den Kernzonen der Biosphärenreservate erfahrbar gemacht. Als herausragende Natur- und Kulturgüter stellen sie ein national bedeutendes Erbe dar und sind eine dauerhafte Verpflichtung für uns alle. Für den Erhalt und Ausbau ist auch künftig die Unterstützung durch politische Entscheidungsträger aller Ebenen unerlässlich. Wildnis in ihren natürlichen Abläufen und Prozessen sollte als ein gesamtgesellschaftliches Anliegen begriffen und entsprechend unterstützt werden.”
Die Internationale Naturschutzunion (IUCN) stellt an Nationalparke (IUCN-Kategorie II) folgende Anforderungen:
1. Sie dienen vorrangig dem großflächigen Schutz der natürlichen Dynamik von Ökosystemen sowie ihrer charakteristischen Biotope und Lebensgemeinschaften
2. Wirtschaftliche Nutzungen und sonstige Inanspruchnahmen sind auszuschließen, spätestens nach einer Übergangszeit
3. Nationalparke sind für Besucher unter bestimmten Bedingungen (sanfte Erholung) zugänglich
4. Die Erhaltung des natürlichen Zustandes und die nutzungsfreie natürliche Entwicklung ist auf mindestens 75% der Schutzfläche (Kernzonen) umzusetzen
Heute erfüllten nach Auffassung des DNR nur wenige Nationalparke in Deutschland die Kriterien der Kategorie II der IUCN. Missstände gebe es vor allem im administrativen Bereich sowie durch Belastungen durch Forst- und Fischereiwirtschaft, Jagd, Aus- und Neubau von Straßen und Wasserstraßen.





