Im Zuge des Klimawandels sind mit häufigeren und intensivere Klimakapriolen zu rechnen: Diese Befürchtungen der Klimaforscher scheinen bereits in der Realität angekommen zu sein. Denn in den letzten Jahren litten in Deutschland Mensch und Natur besonders intensiv unter ungewöhnlichen Dürreperioden, Hitzewellen und Stürmen. Klar scheint: Von diesen Belastungen waren neben den Wäldern auch die Parkanlagen in unserem Land betroffen. Doch bislang gab es dazu nur Einzelberichte der zuständigen Institutionen bestimmter Parks – bisher fehlte eine umfassende Dokumentation. Diese Lücke haben nun Forschende der Technischen Universität Berlin mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geschlossen: Sie haben einen Parkschadensbericht mit Bezug auf das Jahr 2022 erarbeitet – eine „Zustandserfassung der Schäden an Gehölzen in historischen Parks in Deutschland infolge des Klimawandels“.
62 Parkanlagen untersucht
Die Studie basiert auf der Auswertung von Datensätzen, die aus 62 Parkanlagen Deutschlands stammen. Ausgewertet wurden Informationen über die Vitalität der einzelnen Baumarten, den Zustand der Parkanlagen insgesamt und die Abhängigkeit der Befunde von den Umweltparametern in den vorausgegangenen Jahren. In die Untersuchungen flossen zudem Satelliten-Daten der Raumfahrtmission Sentinel-2 des Copernicus Programms der Europäischen Weltraumorganisation ESA ein. Es handelte sich dabei um Auswertungen von Spektraldaten: Bestimmte Signaturen des von Pflanzen reflektierten Lichts lassen Rückschlüsse auf ihren Zustand zu. So konnten die Wissenschaftler bei einigen Parkanlagen auch Entwicklungstrends im Zuge der Extremwetter-Perioden erkennen.
Wie das Team berichtet, ergab der Parkschadensbericht ein schlechtes Gesamtbild des Gesundheitszustands der Bäume in den Parks für das Jahr 2022: Demnach zeigten unterm Strich rund 60 Prozent aller Gehölze Beeinträchtigungen, die hauptsächlich auf Hitze und Trockenheit in der Zeit von 2018 bis 2020 zurückzuführen sind. Im Detail bedeutet das: Nur rund 41 Prozent der Bäume waren vital oder nur geringfügig geschwächt. Etwa 50 Prozent waren leicht bis mittelstark betroffen und neun Prozent waren schwer beschädigt oder sogar tot. Allerdings ergeben sich diese Mittelwerte wiederum aus regional teils sehr unterschiedlichen Befunden, betonen die Wissenschaftler. Denn je nach der speziellen Empfindlichkeit der Anlagen und den verschiedenen Wetterverläufen an den jeweiligen Standorten ergaben sich geringe bis sehr starke Auswirkungen.





