Ey, Alter! Willste wat auffe Schnauze?
Äh, nur die Ruhe! Wir bleiben auch hinter dem Zaun. Hier, ein Fisch für dich!
(Knut fängt die mitgebrachte Makrele und beruhigt sich.) Korrekte Aktion! Also, wat jeht ab?
Wir wollten mal fragen, wie’s so geht. Mit Knuddelknut ist es vorbei. Erleichtert, dass der Rummel nachlässt?
Und wie! Jeden Tag zehn Kamerateams, fuffzich Fotografen und zweitausend Touristen vor meinem Jehege. Da jing’s zu wie bei Bolle an der Kasse!
Andererseits wirst du jetzt Filmstar. Im März kommt eine Dokumentation über dich in die Kinos und Hollywood will einen Animationsfilm drehen.
Krass, wa? Det jeht mir echt uff’n Zeiger! Nu bin ick endlich keen Baby mehr und muss immer noch als Botschafter dafür herhalten, datt wa die Arktis retten müssen. Dabei kenn ick doch Polareis ooch nur vom Hörensagen. Thomas hat mir davon erzählt.
… dein Ziehvater Thomas Dörflein …
Ja, die treulose Tomate. Erst zieht er mich groß, macht mit mir richtig Rabbatz, gute Kumpels und so, weeßte. Und dann im Sommer kommt er von eenem Tach uff’n anderen nich mehr. Det find’ ick echt kacke!
Wie man hört, leidet er selbst auch darunter, dass er nicht mehr mit dir rumtollen kann.
Tja, kommt wohl nich klar damit, datt ick jetzt stärker bin als er. Een Schubser und det Weichei kriegt Muffe. Na ja, ick will nich undankbar sein. Hat mir schließlich det Leben gerettet. Hat mich mit ‘ner Stange aus’m Käfig jeangelt und in ‘nen Brutkasten jesteckt, als meine Alte mich nich mehr wollte.
Findest du nicht, dass der Rummel auch sein Gutes hat? Er lenkt die Aufmerksamkeit darauf, dass deine Art bedroht ist, weil das Packeis schwindet.
Na ja, wat Thomas so erzählt hat, is det echt die Endhärte, wat da abjeht. Den Jungs und Mädels im Norden steht det Wasser bis zur Kinnlade. Da isset okay, so’n bisschen Klima-Clown zu spielen, wenn et denn hilft. Wobei die Medien det Spielchen echt übertreiben.





