Text: Gerd Schild
Sie schwärmen aus. Fünf schwarze Drohnen, jede etwa 30 Kilo schwer, fliegen im Verbund über ein Waldgebiet im US-Bundesstaat Washington. Oder das, was von diesem übrig ist. Denn auf den Bildern, die die Drohnen schicken, sieht man nur noch verkohlte Stümpfe und auch sonst viel holzkohleschwarze Reste eines Nadelwaldes. Die Drohnen sind aber nicht gekommen, um bloß die Schäden zu dokumentieren. Es ist die erste Phase ihrer Arbeit. Sie sollen helfen, Aufforstung schneller, besser und effizienter zu machen – und dabei sind sie nur eine der vielen neuen Techniken, die gerade Einzug in den Wald halten.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Erde nach einem Bericht der Umweltorganisation World Ressources Institute pro Jahr zwischen drei und vier Millionen Hektar Tropenwald verloren. Im Jahr 2023 lag der gesamte Waldverlust auf der Erde bei rund 23 Millionen Hektar, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr, was besonders an den Großfeuern in Kanada lag. Brandrodung, Abholzung, extreme Dürre wegen des Klimawandels – der Großteil des Waldverlusts ist von Menschen gemacht.
Drohnen können schneller aufforsten
Häufiger Anlass für große Aufforstungen sind Waldbrände. Große Feuer nehmen weltweit zu. Und die Brände selbst sind stärker als die gesunden, natürlich entstandenen Brände der Vergangenheit, die Gestrüpp und Totholz beseitigen und die natürlichen Erholungsmechanismen des Waldes aktivieren. Die Brände, die heute wüten, überziehen viel mehr Fläche und hinterlassen nichts als Asche und Holzkohle. Die bisher effektivste und am weitesten verbreitete Technik zur Wiederaufforstung eines abgebrannten Waldes bedeutet, dass menschliche Pflanzer Säcke mit Setzlingen tragen und diese von Hand in die nährstoffreiche Erde einsetzen. Das dauert nicht nur lange, die Arbeit ist auch mühsam, die Fluktuation hoch, die Arbeitskräfte sind knapp.
„Das Pflanzen von Bäumen ist unglaublich veraltet. Selbst in den fortschrittlichsten Unternehmen der Welt sind die Pflanzer Superhelden, die mit Taschen und einer Schaufel Bäume pflanzen“, sagt Grant Canary, Gründer und CEO von DroneSeed. Das in Seattle gegründete Unternehmen nutzt Drohnen, um große Flächen nach Waldbränden zu bepflanzen, und hat in den vergangenen Jahren besonders nach Waldbränden an der US-Westküste Tausende Hektar wieder aufgeforstet. Bis zu fünf Drohnen schwärmen gemeinsam aus, kundschaften ein verbranntes Gebiet aus, kartieren es zentimetergenau, einschließlich Objekten und Pflanzenarten, ermitteln, wo Bäume am besten wachsen würden, und bringen dann sorgfältig konzipierte Saatgut-Nährstoff-Pakete an diese Stellen.





