Die Paläontologen um Scott Sampson vom Denver Museum of Nature and Science in Denver entdeckten die Überreste mehrerer Individuen von Nasutoceratops in einer Lagerstätte im US-Bundestaat Utah. Die Funde umfassen einen sehr gut erhaltenen Schädel und viele andere Skelettteile. Den Schätzungen der Forscher zufolge waren die Tiere etwa fünf Meter lang und rund 2,5 Tonnen schwer. Die Rekonstruktion anhand der Schädelanatomie machte die ungewöhnliche Schnauzen- und Horn-Form deutlich. Warum Nasutoceratops diese besonderen Eigenschaften besaß, bleibt allerdings unklar.
Viele Kolosse auf einer relativ kleinen Landmasse
Die Tiere bevölkerten vor etwa 76 Millionen Jahren einen Teil Nordamerikas, den man Laramidia nennt. Er erstreckte sich von Mexiko im Süden bis Alaska im Norden. Auf dieser langgestreckten Landmasse lebte Nasutoceratops im heutigen Utah zur gleichen Zeit, wie andere seiner Verwandten im weiter nördlich gelegenen Alberta. Dieser Befund sei ein starker Hinweis für den sogenannten Provinzialismus der Dinosaurier auf Laramidia, sagen die Forscher: In der späten Kreidezeit hatten sich im Norden und Süden offenbar unterschiedliche Dino-Gemeinschaften entwickelt.
Der Befund des „Dinosaurier Provinzialismus” auf Laramidia ist besonders interessant, da es sich um riesige Tiere auf einer vergleichsweise kleinen Landmasse handelte. Zum Vergleich: Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es heute fünf große Tierarten. Laramidia besaß nur etwa ein Viertel der Größe Afrikas und dennoch lebten hier mindestens zwei Dutzend riesige Dinosaurierarten. “Wir wollen in zukünftigen Untersuchsuchungen herausfinden, wie die Riesen koexistieren konnten”, sagt Co-Autor Mark Loewen vom Natural History Museum of Utah.





