Zu ihrer Überraschung haben die Forscher die Verbindung zwischen Gen und Verhalten in einer Population gefunden, nicht aber in den drei anderen. “Es war wichtig, die Verbindung zwischen den DRD4-Varianten und dem Erkundungsverhalten in der ursprünglich untersuchten Population zu bestätigen” sagt Kempenaers, aber er fügt hinzu: “Wir verstehen noch nicht die Unterschiede zwischen den Populationen.” Das Ergebnis spiegelt jedoch die Resultate ähnlicher Forschung über Zusammenhänge zwischen Genen und Persönlichkeit beim Menschen wider: Über 30 Studien bestätigen bisher, dass das DRD4-Gen mit dem Erkundungsverhalten beim Menschen assoziiert ist, aber auch, dass große Unterschiede zwischen Populationen beobachtet wurden. Zahlreiche Studien finden gar keinen Effekt. “Vielleicht bringt die künftige Untersuchung von Kohlmeisenpopulationen auch Erklärungen für die unterschiedlichen Ergebnisse beim Menschen”, sagt Peter Korsten. Der Unterschied zwischen den Populationen ist vielleicht nicht so überraschend, wenn man berücksichtigt, dass eine einzelne Genvariante nur eine relativ kleine Wirkung auf das Verhalten hat. Er könnte auch durch den starken Einfluss der Umwelt oder durch den Effekt von anderen – noch unbekannten – Genen erklärt werden.





