Kein Chaos?
Nein, überhaupt nicht. Wir waren alle ziemlich vernünftige Leute. Die Organisation hat echt gut geklappt, alle haben an einem Strang gezogen.
Und was habt Ihr zusammen erlebt?
Wir waren zum Beispiel beim Schäfer Neumann, der uns erzählt hat, wie er mit seiner Herde mitten im Wolfsgebiet klar kommt. Anfangs hat er wohl viele Schafe an die Wölfe verloren. Doch seit er einige Hütehunde hat, ist das kein Problem mehr. Dann haben wir gezeigt bekommen, wie man Wölfen Halsbänder umlegt, um ihre Wanderungen per Peilsender zu verfolgen. Zur Probe haben wir dann ein verstecktes Sender-Halsband gesucht, mit dem einer der Campleiter losgelaufen ist. Nur mit Peilsender und Karte ausgestattet haben wir ihn dann ausfindig gemacht – beziehungsweise das Band, denn er hatte es irgendwo hinter einem Busch versteckt. Das war sehr interessant. Aber das Spannendste war natürlich, als wir uns auf die Lauer gelegt haben, um einen Wolf zu sehen. Da haben wir stundenlang auf einem Hügel gesessen, alle Sinne geschärft. Und wir haben gesehen, wie schwer es ist, einen Wolf überhaupt zu treffen. Aber dann hörten wir ein Geräusch, und…
Halt! Ob ihr wirklich einen Wolf getroffen habt, wollen wir eigentlich noch nicht verraten. Das können die Leser dann in unserer Oktoberausgabe nachlesen, die in ein paar Tagen in den Handel kommt. Kannst Du denn jetzt auch heulen wie ein Wolf? Das stand ja auch auf dem Programm…
Das nicht, den Punkt „Heulen wie ein Wolf” haben wir weggelassen. Aber wir haben gelernt, wie man Spuren liest. Man kann daran nicht nur erkennen, welche Tierart da gelaufen ist. Anhand der Spreizung eines Abdrucks vom Reh zum Beispiel sieht man, ob das Tier langsam oder schnell unterwegs war oder wie schwer es ist.
Was nimmst Du in Sachen Wolf an Erkenntnissen mit aus dem Camp?
Der Wolf war schon immer mein Lieblingstier. Darum war das für mich natürlich ein ganz besonderes Erlebnis, von dem ich allen meinen Freunden erzähle. Ganz wichtig zu wissen ist, dass der Wolf wahnsinnig scheu ist und viel mehr Angst vor uns Menschen hat als wir vor ihm. Darum sind die ganzen Vorbehalte gegenüber dem Wolf Unsinn. Wenn man Schafe und Hühner gut vor ihm schützt, gibt es überhaupt keinen Grund, ihn zu fürchten. Außerdem fotografiere ich sehr gern in der Natur und habe bei dem Camp natürlich alle Speicherkarten voll gemacht. Über das Fotografieren war ich ja sogar erst auf Euer Heft und so auf die Verlosung gekommen. Das Abo hatte ich bei Eurem Fotowettbewerb „Natur im Fokus” gewonnen.





Una Steinleitner ist 15 Jahre alt, leidenschaftliche Naturfotografin und Leserin von natur. Die Teilnahme am WWF-Jugendcamp in der Lausitz hatte sie bei unserer Verlosung im Februar gewonnen.