Die Hudson Bay Lowlands sind einer der größten Sumpflandkomplexe der Welt und regulieren mit das globale Klima. Viele indigene Gemeinschaften sind auf sie angewiesen. Jetzt sollen dort Bodenschätze abgebaut werden – ausgerechnet für die Energiewende.
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Text: Petra Krumme
„Ich habe meinen Jungen noch nie so glücklich gesehen“, sagt Kelvin Moonias. Der Vater steuert das Kanu durch das ruppige Wasser des Attawapiskat River. Vom Dorf Neskantaga aus waren es anderthalb Stunden per Boot zum Camp. Dort wartet sein Sohn Kishan schon am Ufer: Zusammen wollen sie weiter zu einer Uferstelle in der Nähe, wo der Amerikanische Elch liegt, den Kishan am Tag zuvor erlegt hat – sein erstes selbst erjagtes Tier. In zwei Tagen wird er zwölf Jahre alt. Nachdem der Vater die ersten Handgriffe erledigt hat, tritt er zurück. „Hier, nimm ein Messer“, sagt er, und der Sohn greift sich eins und fängt an, ganz vorsichtig mit der Klinge zwischen Gewebe und Haut entlangzuschneiden. „Jeder hat eine etwas andere Art, das zu machen“, ermuntert ihn sein Vater Kelvin Moonias. „Du wirst deinen eigenen Weg finden, versuche es einfach auf diese und jene Weise.“ Und dann scherzen sie, Kishan sei jetzt der Mann im Haus. Kishan will das eine Hinterbein mit dem besten Fleisch der Schwester und das andere der Mutter schenken. „Die werden sich so freuen“, sagt Moonias.
Die erste erfolgreiche Jagd ist in vielen indigenen Dörfern Kanadas wie eine Initiation. Das Fleisch wird im ganzen Dorf verteilt, und dass Kishan bald Geburtstag hat, passt gut zur Feststimmung. Später am Tag stehen im Gemeinschaftshaus des Ortes mehrere Frauen um eine große Tischfläche und zerteilen das Fleisch in steakgroße Teile, die sie in Frischhaltebeuteln verpackt in einen Bottich legen. Jeder kann sich etwas abholen.
Leben in Abgeschiedenheit
In der etwa 250 Einwohner zählenden Neskantaga First Nation im Norden der kanadischen Provinz Ontario, einer Fly-in-Community ohne Straßenzugang, halten die Menschen noch an der traditionellen Lebensweise fest: Fischen, jagen, Fallen stellen, Beeren und Pflanzen sammeln gehören fest zum Alltag. Allein mit den Lebensmitteln im örtlichen Laden wäre es schwer, sich angemessen zu ernähren – sie werden eingeflogen und sind wesentlich teurer als im Rest des Landes. Aber es ist weit mehr als Essen: eine kulturelle und spirituelle Verbindung zum Land, den Tieren und zu den Vorfahren.
Dass Ontario hier, anders als bei den anderen kanadischen Provinzen in diesen Breiten, nur im Winter über eine Eisstraße an das Highway-Netz angebunden und ansonsten nicht von Straßen erschlossen ist, macht es den Gemeinschaften leichter, ihren traditionellen Lebensstil beizubehalten – auch wenn längst westliche Kleidung und Utensilien, Häuser, Stromleitungen, Smartphones und auch Autos Einzug gehalten haben.
Die Neskantaga First Nation ist eine von 34 indigenen Communitys in den Hudson Bay Lowlands, dem zweitgrößten Moor- und Sumpflandschaftskomplex der Welt auf einer Fläche so groß wie Deutschland. Die Wildnis aus Taiga, Torf-, Feuchtgebieten, Seen und Flüssen speichert 35 Milliarden Tonnen Kohlenstoff – pro Quadratmeter fünfmal so viel wie der Amazonasregenwald. Die First Nations nennen die Lowlands „Breathing Lands“, aufgrund ihrer Fähigkeit, das globale Klima zu regulieren und eine gesunde Luft zu produzieren. Das Gebiet hat eine reiche Biodiversität und ist Habitat von gefährdeten Arten wie Karibus, Eisbären und Zugvögeln. Die Bedeutung dieses komplexen Ökosystems ist wissenschaftlich noch nicht voll erforscht, während auch hier bereits Auswirkungen der Klimakrise – Trockenheit, Brände, Tauen des Permafrostbodens – zu spüren sind.
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Doch es droht ein weiterer tiefer Einschnitt, der das Leben in den Communitys von Grund auf verändern könnte. Am Oberlauf des Attawapiskat River, etwa 100 Kilometer von Neskantaga entfernt, wurde 2007 eine Gesteinsformation entdeckt, die seither im Fokus der kanadischen Öffentlichkeit steht. Sie erstreckt sich über etwa 5.000 Quadratkilometer und erhielt aufgrund ihrer Form die Bezeichnung Ring of Fire. Laut einer Untersuchung des Ontario Geological Survey gibt es hier große Vorkommen von Nickel, Kupfer, Zink, Chromeisenerz, Titanium, Vanadium, Platin, Palladium, Diamanten und Gold.
Mit dem neuerlichen Bestreben Kanadas, sich im Bereich der Batterie- und Autoproduktion von umstrittenen Lieferländern wie China unabhängiger zu machen und eine komplette Lieferkette für E-Autos innerhalb des Landes aufzubauen, kommt besonders der Förderung von Nickel, das in Kathoden von Batterien verwendet wird, eine große Bedeutung zu. Das Interesse der konservativen Regierung Ontarios und der Industrie am Ring of Fire bestand schon zuvor.
Mit dem Bau von zwei Gigafactorys für E-Autos und Batterien in Ontario – Volkswagen (mit Produktionsbeginn 2027) und Stellantis in Kooperation mit dem koreanischen Batteriehersteller LG Energy Solution (mit Produktionsbeginn 2025) – wird die Dringlichkeit des Rohstoffprojektes – auch vonseiten der deutschen Politik und Wirtschaft – noch lauter beschworen. Die liberale Regierung Kanadas und Ontarios Premier Doug Ford einigten sich gemeinsam auf üppige Subventionen von 28 Milliarden kanadische Dollar für die Konzerne.
Und, wie der Ontario Geological Survey nahelegt, sind die geschätzten vorhandenen Rohstoffmengen gewaltig. Politiker sprechen von genug Vorkommen für mehrere Generationen Abbautätigkeit – möglicherweise für über 100 Jahre. Die erste Mine, in der Nickel abgebaut werden könnte, wird Eagle’s Nest genannt. Die Erschließung, zu der Waldrodungen, Testbohrungen, Lagern von Baumaterialien und der Aufbau von Camps gehören, ist bereits weit fortgeschritten. Schon 2015 berichtete das Ministerium für natürliche Ressourcen und Forstwirtschaft von 1.100 Bohrlöchern und einem industriellen Fußabdruck von 6.400 Quadratkilometern in einem Karibu-Gebiet.
Seit 2022 vergab das für Rohstoffe zuständige Ministerium von Ontario zahlreiche weitere Abbaugenehmigungen, die jetzt für über 6.200 Quadratkilometer gelten. Kürzlich erleichterte Ontario ein Gesetz für die Vergabe dieser Genehmigungen: Die Beantragung ist nun online möglich, die Antragsteller müssen nicht vor Ort sein und die First Nations nicht konsultieren. Sollen die Genehmigungen nicht verfallen, müssen sie dort bereits mit industriellen Aktivitäten anfangen, wie etwa Testbohrungen durchführen. Die Bewohner des Landes werden vor vollendete Tatsachen gestellt.
Das A und O für die Rohstoffpläne ist eine Straßenverbindung in die Wildnis. Dann könnte mit dem Abbau losgelegt werden. Eagle’s Nest wäre der Anfang eines riesigen Minenkomplexes mit Abbau von Chromeisenerz für rostfreien Stahl, Kupfer und Zink, Gold und Diamanten. Eine Firmenstudie rechnet mit bis zu 800 Tonnen Erz, was etwa 20 Lkw-Ladungen entspricht, die pro Tag über die Straße abtransportiert würden.
Abbauaktivitäten verschmutzen die Umgebung
Gary Quisess fährt oft von der Ablegestelle von Neskantaga hinaus zum Fischen auf den Attawapiskat-See. An einer Stelle, wo viele Steine aus dem Wasser ragen, gibt es üppig Fische: Fast alle fünf Minuten beißt ein Zander an. Seine Tochter sei aber noch besser als er, sagt er, bei ihr würden die Fische wesentlich schneller an die Angel gehen. Schon seine Eltern und Vorfahren haben hier an diesem Fluss gefischt.
Er macht sich große Sorgen um die Abbaupläne. „Sie hatten vor ein paar Jahren bereits eine Diamantmine am Attawapiskat River. Die Diamanten sind letztlich alle aus dem Land gebracht worden. Uns First Nations ist nichts geblieben, und es muss eine Menge Verschmutzung gegeben haben. Störe sind sehr sensible Fische. Sie kamen von dort hier herüber, wir hatten so viele Störe wie nie zuvor.“ Tatsächlich gestand der südafrikanisch-britische Eigner der 2019 geschlossenen Mine, DeBeers, 2021 vor Gericht, und nachdem Kanadas größte Wohltätigkeitsorganisation für Umweltrecht, Ecojustice, erhöhte Konzentrationen in der Umwelt gemessen hatte, jahrelange Mängel bei der Überwachung der Quecksilber- und Methylquecksilbermengen in den Gewässern rund um die Mine.
Durch die von Wasser durchzogene Landschaft ist das alles nicht weit weg. Chemikalien, die für den Abbau der Rohstoffe eingesetzt würden, könnten sich überall hin ausbreiten, sagt Quisess. „Unsere traditionelle Lebensweise ist durch die Minen in Gefahr. Dieses unberührte Land ist für uns überlebenswichtig. Was machen wir denn, wenn wir nicht mehr fischen können? Fisch ist eins unserer Grundnahrungsmittel.“ Und das alles, wo durch den Klimawandel auch hier schon so viel durcheinandergerät. Temperaturschwankungen, warme Winterperioden, instabile Eisbedingungen. „Wir haben in den letzten Jahren Vögel gesehen, die hier noch nie waren. Karibus dagegen kommen seit vielen Jahren nicht mehr in unser Gebiet. Die Tiere sind verloren, sie verstehen nicht, was passiert.“
Über die Köpfe der Indigenen hinweg
Die Neskantaga First Nation ist die Community, die sich am vehementesten gegen die Straße und die Abbaupläne ausspricht. Sie befürchtet nicht nur Verschmutzung und Zerstörung ihres angestammten Lebensraums, sondern auch, dass die Straßenanbindung den Weg frei macht für gebietsfremde Jagd- und Fischerei-Interessen und die Einschleppung invasiver Arten; auch Drogen kämen leichter in die Community. Straßen ziehen erfahrungsgemäß auch weitere Erschließung und den Zuzug auswärtiger Arbeitskräfte nach sich, was, so die Befürchtung, auch die Probleme mit Kriminalität noch verschärfen könnte.
Für politischen Protest nach Toronto oder Ottawa zu fliegen, bedeutet allerdings eine hohe finanzielle Bürde. Chief Chris Moonias versuchte wiederholt, in der Provinzhauptstadt Toronto mit dem Premierminister von Ontario, Doug Ford, ins Gespräch zu kommen. Einmal sei er sogar herauseskortiert worden, ohne dass sich Ford hätte blicken lassen. Das Gefühl, nicht gehört zu werden, ist in der Community chronisch: Seit 29 Jahren hat das Dorf einen Trinkwassernotstand – den längsten in der Geschichte Kanadas. Leitungswasser muss vor der Verwendung längere Zeit abgekocht oder abgefülltes Wasser gekauft werden – abgesehen von Extrakosten und Mehraufwand eine Quelle stetiger Furcht und gesundheitlicher Probleme.
„Wir haben dieses Land nie aufgegeben“, erklärt Chief Moonias. „Es ist eine große Ungerechtigkeit, dass über unsere Köpfe hinweg Planungen weitergehen. Es ist unser traditionelles Territorium und wir sind seit Menschengedenken Hüter dieses Landes.“ Die Neskantaga First Nation hat die „freie, vorherige und informierte Zustimmung“, nach der zu richten sich Kanada mit Unterzeichnung der UN-Erklärung über die Rechte indigener Völker eigentlich verpflichtet hat, nicht erteilt.
Anfang des 20. Jahrhunderts schlossen die indigenen Gemeinschaften in dieser Gegend einen Vertrag mit der Regierung, den sogenannten Treaty 9. Sie willigten ein, die Nutzung ihres Landes zu teilen, gegen bestimmte Vorteile und den „Schutz der britischen Krone“. „Sie konnten nicht lesen, und es wurde ihnen etwas anderes gesagt, als auf dem Papier stand, welches sie in gutem Glauben unterschrieben. In unserer Kultur wurden Verträge auf ehrliche Weise geschlossen und man konnte sich auf mündliche Zusagen verlassen“, erzählt eine Gesprächspartnerin aus dem Dorf Neskantaga. Die Provinzregierung beruft sich darauf, dass in dem Vertrag eine komplette Aufgabe aller indigenen Ansprüche vereinbart wurde, und sieht sich im Recht, Bergbau in der Region zu genehmigen. Wegweisende Gerichtsurteile der letzten Jahre räumen dem Schutz der Natur jedoch mehr Gewicht ein.
Widerstand leisten oder profitieren
In den 2010er Jahren verhandelten die neun dem Ring of Fire am nächsten gelegenen Gemeinschaften für einige Jahre geeint im Matawa Tribal Council mit Ontario um Einfluss und grundlegende Mitspracherechte. Doch dann wandte sich die Regierung bilateral an einzelne First Nations, und 2018 ließen sich zwei auf Verhandlungen zum Bau der Straßenverbindung ein.
Denn die chronisch unterversorgten Communitys kämpfen nicht nur mit Trinkwasserproblemen. Es gibt auch nicht genug Wohnraum und keine weiterführenden Schulen; die Gesundheitsversorgung umfasst keine Krankenhäuser und kein dauerhaft anwesendes Ärztepersonal. Es gibt Drogenprobleme und Suizide unter Jugendlichen. Den Communitys werden Gelder versprochen, um nötige Lücken im Sozialwesen zu schließen und Jobs zu schaffen – Bedingung dafür ist die Zustimmung der Communitys zum Bau der Straße ins Abbaugebiet. Die First Nations Marten Falls und Webequie sind nun federführend in die Planungen der Straßenabschnitte und zum Teil auch der Auswirkungsgutachten, die vor dem Baubeginn erstellt werden müssen, eingebunden. Von den geschätzten zwei Milliarden Dollar Baukosten übernimmt die Regierung von Ontario eine Milliarde. Woher der Rest kommen soll, ist noch unklar.
„Was machst du mit einem Rudel Hunden? Du wirfst ihnen einen Knochen hin und sie balgen sich untereinander“, sagt Chief Chris Moonias. Mit dem Versprechen, Millionenbeträge in abbauwillige Communitys zu bringen, hätte man die First Nations – zwischen denen auch verwandtschaftliche Beziehungen existieren – gespalten und geschwächt. Er selbst würde sich, wenn es nötig werden sollte, vor die Baumaschinen stellen, um die Zerstörung der Natur zu verhindern, so der Chief. Doch viele sagen, wenn das Land sowieso geöffnet wird, sollte man sich als First Nation wenigstens absichern – um den Prozess mitzusteuern und nicht, wie in der Vergangenheit, am Ende komplett leer auszugehen. Aber müssten dringend benötigte öffentliche Gelder nicht unabhängig von einer Zustimmung zu Bergbauplänen bereitgestellt werden?
Der Rohstoffabbau greift massiv in die Natur ein
Der Rohstoffabbau ist jedoch sehr invasiv. In Bohrschächten, die 1,5 Kilometer in den Boden reichen, werden Detonationen ausgelöst. Etwa 3.000 Tonnen Erze werden dann pro Tag an die Oberfläche geholt und mithilfe von Chemikalien und Additiven – die vorher per Lkw ins sensitive Ökosystem transportiert wurden – die niedrig konzentrierten Mineralien herausgelöst. Auch für den Bau von Straßen und Infrastruktur wird Gestein gebraucht.
Der durch den Abbau im Untergrund entstehende Leerraum soll mit einem Mix aus Abfallmaterial, Wasser und Zement aufgefüllt werden; so sollen oberirdische Rückfangbecken für Abfälle und Schlämme vermieden werden. Erfahrungen in anderen Ländern zeigen aber, dass nur etwa 60 Prozent der Abfälle hineinpassen. Schlämme, die nicht weiterverwendet werden können, werden gefiltert in die Sumpfgebiete abgelassen – eine Kontaminierung des Grundwassers ist nicht auszuschließen. Sie können auch mit dem Gestein rundum reagieren, manche Verbindungen sind entzündlich.
Das australische Unternehmen Wyloo Metals wirbt damit, dass Eagle’s Nest nur wenig Oberfläche beanspruchen würde. Doch selbst wenn das der Fall wäre – Wissenschaftler werfen dem Unternehmen Greenwashing vor –, wären viele der folgenden Minen im Ring of Fire offene Minen, die Waldrodungen und das Abtragen und Austrocknen von Sumpfgebiet erfordern. Würden jedoch nur 3 Prozent der Hudson Bay Lowlands zerstört, bedeutete das laut der Umweltorganisation Wildlands League ein Freisetzen von 62 Millionen Tonnen CO2, womit alle Einsparungen Kanadas von 2005 bis 2021 wieder verloren wären. Eine Studie von Professoren der Lakehead University in Ontario prognostiziert, dass es allein durch Eagle’s Nest zu einem signifikanten Verlust an Biodiversität, einem Wandel der Hydrologie, Bodenstruktur und Vegetation kommen wird.
Ressourcen für die Energiewende
„Es ist so ungerecht und so unglaublich traurig“, sagt eine Gesprächspartnerin in Neskantaga. „Die Natur hat es so angelegt, dass die Gesteine da sein sollen, wo sie sind. Sie müssen dort sein, um die Erde in Balance zu halten.“ Und die Energiewende? Chief Moonias blickt ernst und bestimmt: „Wir haben unsere Gesetze und wir fordern, dass auch sie respektiert werden: Wir müssen in der Lage sein, uns um unser Land zu kümmern und es für kommende Generationen zu erhalten.“
Bei den E-Auto-Plänen ginge es, wie bei allen Minenprojekten, nicht um den Erhalt von Lebensräumen, sondern um Geld und Profite. „Ein Eins-zu-eins-Austausch jedes Verbrennerautos mit einem E-Auto ist keine Lösung der Klimakrise. Es ist ineffizient und ein verschwenderischer Umgang mit Elektrizität“, so das Fazit einer Studie der York University in Toronto vom Februar 2024. „In Kanada bedeutet der Abbau der riesigen Mengen dafür nötiger Mineralien, dass wir uns immer tiefer in den unverantwortlichen kolonialen Landraub hineingraben.“
Die letzte Nacht der Recherchereise in die Hudson Bay Lowlands: Das Zelt steht unterhalb einer alten Kirche am anderen Ufer des Attawapiskat-Sees. Kleine Wellen spülen an den Sandstrand. In der Ferne liegt eine bewaldete Insel in der Dämmerung – inmitten einer unberührten Wildnis, ähnlich groß wie Deutschland, sanft und voller Leben. Ein großer schwarzer Felsen auf dem Strand scheint davon zu erzählen, welche magischen Gesteinsschätze seit Urzeiten im Boden schlummern. In dieser Stille wirkt die Aufforderung unüberhörbar: Dieses Land muss beschützt werden. //
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