Text: Petra Krumme
„Ich habe meinen Jungen noch nie so glücklich gesehen“, sagt Kelvin Moonias. Der Vater steuert das Kanu durch das ruppige Wasser des Attawapiskat River. Vom Dorf Neskantaga aus waren es anderthalb Stunden per Boot zum Camp. Dort wartet sein Sohn Kishan schon am Ufer: Zusammen wollen sie weiter zu einer Uferstelle in der Nähe, wo der Amerikanische Elch liegt, den Kishan am Tag zuvor erlegt hat – sein erstes selbst erjagtes Tier. In zwei Tagen wird er zwölf Jahre alt. Nachdem der Vater die ersten Handgriffe erledigt hat, tritt er zurück. „Hier, nimm ein Messer“, sagt er, und der Sohn greift sich eins und fängt an, ganz vorsichtig mit der Klinge zwischen Gewebe und Haut entlangzuschneiden. „Jeder hat eine etwas andere Art, das zu machen“, ermuntert ihn sein Vater Kelvin Moonias. „Du wirst deinen eigenen Weg finden, versuche es einfach auf diese und jene Weise.“ Und dann scherzen sie, Kishan sei jetzt der Mann im Haus. Kishan will das eine Hinterbein mit dem besten Fleisch der Schwester und das andere der Mutter schenken. „Die werden sich so freuen“, sagt Moonias.





