Charles Darwin verwertete in seinem Werk Origin of Species von 1859 die Ergebnisse des wahrscheinlich ersten ökologischen Experimentes der Welt. Er schrieb von einem Versuch, der zeigte, wie eine größere Vielfalt von experimentell angepflanzten Gräsern zu einer höhere Produktivität der Pflanzen führte. Diese Beziehung zwischen Biodiversität und dem Funktionieren von Ökosystemen ist gegenwärtig eines der wichtigsten Themen der Ökologie.
Darwin erwähnte jedoch nicht, wo oder wann dieser Versuch durchgeführt wurde. Nun beschreiben die Wissenschaftler Andy Hector vom Imperial College in London und Rowan Hooper vom National Institute for Environmental Studies in Japan in Science ihre erfolgreiche Jagd nach dem verlorenen Wissen.
Die Wissenschaftler entdeckten, dass George Sinclair, Gärtner beim Herzog von Bedford im frühen neunzehnten Jahrhundert, den Versuch in einem Garten bei Woburn Abbey in Süd-Ost-England durchführte. Sein experimenteller Garten wurde in der 1816 in der Erstausgabe des Buches Hortus Gramineus Woburnensis ausführlich beschrieben. Sinclair legte den Garten an, um die Leistung verschiedener Gräser und Kräuter, die normalerweise auf unterschiedlichem Erdreich wachsen, in Mischanpflanzungen zu beobachten und zu vergleichen. Damit war Sinclairs experimenteller Garten wahrscheinlich der erste gezielt angelegte ökologische Versuch, lange bevor es den Begriff Ökologie überhaupt gab.
Die Forscher wurden durch Darwins Hinweis auf diesen Garten in den “Origin of Species” neugierig. Ihr eigentliches Forschungsthema ist die Erforschung der Beziehung zwischen Biodiversität und dem Funktionieren von Ökosystemen. Da Darwin in seinem bekanntesten Werk keine näheren Angaben zu dem Ursprung des Experimentes machte, verfolgten die Wissenschaftler kleine Hinweise von Bibliothek zu Bibliothek und landeten schließlich in der British Library Rare Manuscripts collection.
Dort fanden sie ein unvollständiges Manuskript Dawins für das Buch “Natural Selection”. In diesem Manuskript fanden sie neben vollständigen getrockneten und gepressten Proben der untersuchten Pflanzenarten auch nähere Angaben über die Identität der geheimnisvollen Arbeit.
Nicole Waschke





