Vom 10. bis 21. November 2025 findet die UN-Klimakonferenz COP30 im Nordosten Brasiliens statt. Es werden etwa 50.000 Teilnehmende aus fast 200 Ländern erwartet. Es ist die 30. Konferenz der Mitgliedsstaaten der UN-Klimakonvention und zugleich ein Jubiläum des historischen Pariser Klimaabkommens, das vor genau zehn Jahren auf der COP21 beschlossen wurde. Damals einigte sich die Weltgemeinschaft darauf, die menschengemachte Erderwärmung bis zum Jahr 2100 langfristig auf maximal zwei Grad, möglichst aber 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen und entsprechende Maßnahmen zum Schutz des Klimas zu ergreifen. Dazu zählt ein grundsätzlicher Ausstieg aus fossilen Energien und eine Wende hin zu erneuerbaren Energien. Ärmere Länder, die besonders stark vom Klimawandel betroffen sind, sollen zudem mit Milliardenhilfen bei der Anpassung unterstützt werden. Auf der COP29 in Aserbaidschan wurde zuletzt beschlossen, diese Finanzhilfen aufzustocken.
Mangelnde Maßnahmen
Faktisch ist das Pariser Ziel jedoch bereits gescheitert. Die 1,5-Grad-Grenze wird spätestens zu Beginn der 2030er-Jahre überschritten werden, mindestens einige Jahre lang, wie neueste Studien zeigen. Das ist kein Wunder. Denn es klafft eine enorme Lücke zwischen den vereinbarten Zielen und den bereits beschlossenen oder umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen. Es werden weltweit weiter jährlich mehr Treibhausgase freigesetzt als im Jahr zuvor, obwohl grundsätzlich eine Verringerung der Emissionen vereinbart wurde. Nach derzeitigem Stand und ohne weiteres konsequentes Handeln steuert die Welt daher auf eine Erwärmung um 2,8 Grad und mehr zu, wie ein Bericht des UN-Umweltprogramms kürzlich aufzeigte. Selbst wenn zusätzlich alle bislang für 2035 angekündigten Maßnahmen umgesetzt würden, wäre die Welt Ende des Jahrhunderts um etwa 2,4 Grad wärmer. Das hätte fatale Folgen für Mensch und Natur und weit größere Auswirkungen als bei einer eigentlich angestrebten Erderwärmung um 1,5 oder zwei Grad.
„Heute wissen wir noch viel mehr über das Klimasystem als vor zehn Jahren – und es gibt keine Entwarnung. Wir nähern uns kritischen Schwellen, teils haben wir sie womöglich schon überschritten. Heute kann niemand mehr sagen, er oder sie habe von diesen Risiken nichts gewusst“, sagt der Klimaforscher Andreas Fink vom Karlsruher Institut für Technologie. Die möglichen Stellschrauben für eine Verringerung der Treibhausgas-Emissionen sind bereits bekannt. Der Streit um konkrete Maßnahmen, die Kostenverteilung und die Verantwortung hält aber an. Bei der COP30 wird es daher erneut vor allem darum gehen, wer wann und wie handeln und bezahlen muss.






