Dass der internationale Klimaschutz in den letzten Jahren nur wenig vorangekommen ist, ist keine große Neuigkeit mehr. Schließlich schafft es selbst Deutschland, der einstige Musterschüler in Sachen Energiewende und Klimaschutz nicht, seine im Rahmen des Pariser Klimaabkommens eingereichten Ziele zu erreichen. Das wir dabei nicht die einzigen sind, belegten erst vor wenigen Tagen aktuelle Zahlen der Weltwetterorganisation WMO zu den CO2-Werten in Erdatmosphäre. Nach diesen haben die Treibhausgas-Konzentrationen im Jahr 2017 neue Rekordwerte von 405,5 parts per million (ppm) erreicht. Ein weiterer Statusbericht der WMO dokumentierte, dass auch das Jahr 2018 wieder zu den wärmsten der Geschichte gehören wird: Es ist das viertwärmste Jahr seit Beginn der Klimaaufzeichnungen. 20 der letzten 22 Jahre haben damit nun neue Wärmerekorde gebrochen.
Während schon diese Daten ein Weckruf für die Delegierten bei der Klimakonferenz in Kattowitz sein sollten, legt nun das Global Carbon Project mit einer detaillierten Bilanz des globalen Treibhausgas-Ausstoßes im Jahr 2018 nach. Für ihre Studie haben die Forscher Emissionsdaten aller Länder weltweit ausgewertet und dabei auch aufgeschlüsselt, wie viele Emissionen aus welchen fossilen Brennstoffen stammen. Als zusätzlichen Faktor bezogen sie auch den Treibhausgas-Ausstoß durch Landnutzungsänderungen wie Waldrodungen und Landwirtschaft mit ein.
2,7 Prozent Anstieg der Emissionen gegenüber 2017
Die Auswertungen ergaben: Nachdem die CO2-Emissionen von 2014 bis 2016 nahezu stagnierten, sind sie 2017 um 1,6 Prozent gestiegen und 2018 werden sie sogar um 2,7 Prozent anwachsen. Damit zeichnet sich ein beschleunigtes Wachstum des Treibhausgas-Ausstoßes ab. “Wir hatten gehofft, dass die Emissionen vor ein paar Jahren schon ihren Höhepunkt erreicht haben”, sagt Rob Jackson von der Stanford University. “Aber nach zwei Jahren des neuerlichen Wachstums war das wohl Wunschdenken.” Insgesamt werden allein die CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen im Jahr 2018 den neuen Rekordwert von 37,1 Milliarden Tonnen erreichen. Mit den Emissionen aus nicht-fossilen Quellen wie der Entwaldung und anderen Änderungen der Landnutzung kommen noch einmal 4,5 Milliarden Tonnen hinzu, wie die Forscher ermittelten.
Zu den größten Emittenten von Treibhausgasen gehören im Jahr 2018 China, die USA, Indien, Russland, Japan, Deutschland, Iran, Saudi-Arabien, Südkorea und Kanada. Dabei ist China allein für 27 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Mit einer Steigerung um 4,7 Prozent gegenüber 2017 hat der Ausstoß aus fossilen Brennstoffen in China einen neuen Höchstwert erreicht. Ebenfalls relativ starke Anstiege gab es in Indien mit 6,3 Prozent und den USA mit 2,5 Prozent mehr gegenüber 2017. Für die EU ermittelten die Forscher zwar einen leichten Rückgang des CO2-Ausstoßes um minus 0,7 Prozent, damit aber hat sich die Minderungsrate gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert.





