Eigentlich ist klar, was nötig ist: Um den Klimawandel zu bremsen und die immer schlimmer und häufiger werdenden Wetterextreme einzudämmen, muss die Menschheit ihren CO2-Ausstoß drastisch reduzieren und langfristig sogar auf netto Null herunterbringen. Doch der Klimaschutz kommt nur langsam voran. Auch die internationalen Bemühungen beispielsweise auf den Weltklimakonferenzen wie aktuell der COP29 bringen bisher nur wenig Fortschritte.
Fossiler CO2-Ausstoß steigt weiter, aber langsamer
Wie es mit den globalen CO2-Emissionstrends aussieht und wie viel CO2-Budget der Menschheit noch bleibt, ermitteln jedes Jahr Forschende “Global Carbon Budget”-Projekt und veröffentlichen ihren Bericht passend zum Weltklimagipfel. Heute haben sie die Bilanz für 2024 veröffentlicht – mit gemischten Ergebnissen. Die schlechte Nachricht: Auch in diesem Jahr wird der CO2-Ausstoß aus fossilen Brennstoffen weiter steigen – auf 37,4 Milliarden Tonnen CO2. Das entspricht einer Zunahme um 0,8 Prozent gegenüber 2023. Weltweite Landnutzungsveränderungen durch Entwaldung, Landwirtschaft und andere Faktoren tragen weitere 4,2 Milliarden Tonnen zum CO2-Ausstoß bei. Ihr Wert bleibt damit etwa auf dem gleichen Niveau wie in den Vorjahren.
Zusammengenommen werden die CO2-Emissionen der Menschheit im Jahr 2024 damit 41,6 Milliarden Tonnen erreichen – mehr als je zuvor. Der CO2-Gehalt der Atmosphäre wird dadurch in diesem Jahr den neuen Rekordwert von 422,5 parts per million (ppm) erreichen – 2,8 ppm mehr als 2023 und 52 Prozent mehr als in der präindustriellen Ära. “Obwohl die Auswirkungen des Klimawandels immer dramatischer werden, sehen wir noch immer kein Anzeichen dafür, dass der Höhepunkt der CO2-Emissionen überschritten ist”, sagt Studienleiter Pierre Friedlingstein von der University of Exeter. Bleibt der globale CO2-Ausstoß auf dem aktuellen Niveau, wird das für das Erreichen des 1,5-Grad-Ziels noch verfügbare Emissionsbudget von rund 235 Milliarden Tonnen CO2 in rund sechs Jahren aufgebraucht sein. Für das Zwei-Grad-Ziel bleiben noch 1110 Milliarden Tonnen CO2 – eine Menge, die bei gleichbleibenden Emissionen in 27 Jahren erreicht wäre.

Positive Trends bei Landnutzung und einigen Ländern
Die gute Nachricht: Gegenüber 2023 hat sich der CO2-Ausstoß aus fossilen Brennstoffen immerhin verlangsamt. Große Emittenten wie die USA und die EU haben ihre CO2-Emissionen verringert – die USA um 0,6 Prozent und die EU um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. China, das einen Anteil von 32 Prozent am globalen CO2-Austoß hat, emittiert 0,2 Prozent mehr als 2023 und verlangsamt damit zumindest seine CO-Emissionen. Insgesamt 22 Länder haben es zudem geschafft, trotz Wirtschaftswachstum ihre Emissionen zu verringern – vier mehr als im Vorjahr. “Diese Trends lassen sich größtenteils durch die anhaltende Dekarbonisierung der Energiesysteme erklären, beispielsweise den Umstieg von Kohle auf Erdgas und von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien”, berichten die Forschenden. Auch das leicht verlangsamte Wirtschaftswachstum in der letzten Dekade trug dazu bei.





