Erst vor wenigen Tagen hat die Weltwetterorganisation WMO ihre Treibhausgasbilanz für das Jahr 2018 veröffentlicht – mit ernüchternden Zahlen. Demnach haben die atmosphärischen CO2-Werte mit gut 407 parts per million (ppm) neue Rekordwerte erreicht – eine vergleichbare CO2-Konzentration hat die Erde zuletzt vor drei bis fünf Millionen Jahren erlebt. Auch die Gehalte der noch potenteren Treibhausgase Methan und Lachgas sind weiter angestiegen. Zusammen erhöhen sie den globalen Strahlenantrieb – und damit die Treibhauswirkung – um 43 Prozent, wie die Meteorologen berichteten. Ihre Bilanz erfasst allerdings alle Treibhausgase ungeachtet ihrer Herkunft – der Anteil der anthropogenen Emissionen geht daraus nicht direkt hervor.
CO2-Ausstoß aus fossilen Brennstoffen steigt weiter
Das holt nun die aktuelle Bilanz der CO2-Emissionen des Global Carbon Project nach. In ihr listen Robert Jackson von der Stanford University und sein Team auf, wie viel Kohlendioxid aus welchen anthropogenen Quellen in die Atmosphäre freigesetzt wurde – und auch, wie hoch der Anteil der einzelnen Länder ist. Demnach werden die anthropogenen CO2-Emissionen in diesem Jahr einen Wert von gut 43 Milliarden Tonnen erreichen – ein neuer Höchstwert. Von diesem Ausstoß entfällt der Löwenanteil mit knapp 37 Milliarden Tonnen auf die Nutzung fossiler Brennstoffe, unter den weiteren Quellen sind die Landnutzung und die 2019 besonders im Amazonasgebiet und in Indonesien grassierenden Waldbrände, wie die Forscher berichten. Insgesamt bedeutet dies, dass der CO2-Ausstoß aus fossilen Brennstoffen allein seit Abschluss des Klimaschutzabkommens von Paris im Dezember 2015 um vier Prozent gestiegen ist.
“Die aktuelle Klima- und Energiepolitik ist zu schwach, um den Trend in den globalen Emissionen umzukehren”, sagt Co-Autorin Corinne Le Queré von der University of East Anglia. Der CO2-Ausstoß liegt auch 2019 wieder deutlich höher als im Vorjahr – wenngleich die Zunahmerate im Vergleich zu 2018 und 2017 leicht abgenommen hat. So liegen die Emissionswerte 2019 um 0,6 Prozent über denen von 2018, wie die Forscher berichten. In den beiden Vorjahren waren die Zunahmeraten mit 1,5 und 2,1 noch etwas höher. Ob dies allerdings eine Trendwende im globalen CO2-Ausstoß darstellt, lässt sich aus diesen Daten noch nicht ablesen: “Die CO2-Emissionen schwanken von Jahr zu Jahr, aber es ist der langfristige Trend, der wichtig ist”, erklärt Joeri Rogelj vom Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) in einem Kommentar. “Die geringe Verlangsamung in diesem Jahr ist wirklich kein Grund, übertrieben begeistert zu sein. Wir haben bereits in der Vergangenheit ein paar Jahre gesehen, in denen die Emissionen sogar unverändert blieben.”





