Medikamente gegen einen hohen Cholesterin-Spiegel können Heidelberger Forschern zufolge auch das Alzheimer-Risiko vermindern. Wie die Universität Heidelberg am Montag mitteilte, sank bei Meerschweinchen nach der Gabe cholesterinsenkender Mittel die Produktion der schädlichen Eiweiß-Ablagerungen (Amyloid-Plaques) im Hirn, die bei Alzheimer auftreten. Einen ähnlichen Effekt hatte das Forscherteam um Tobias Hartmann auch mit zwei Mittel an Zellkulturen erzielt. Die Arbeiten könnten neue Wege zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit möglich machen, teilte die Universität mit.
Der Zusammenhang zwischen Cholesterin und Alzheimer werde an mehreren Universitäten und Forschungseinrichtungen erforscht, sagte Hartmann. In Heidelberg sei eine Untersuchung mit Patienten in Vorbereitung, in Tübingen laufe bereits eine derartige Studie. “Das Schöne ist, dass es sich um zugelassene Medikamente handelt, so dass wir uns Entwicklungszeiten sparen”, sagte Hartmann.
Ein hoher Cholesteringehalt im Blut begünstigt die Entstehung der Alzheimer-Krankheit. Bei zwei Studien mit insgesamt mehreren tausend Krankenhauspatienten sei festgestellt worden, dass Patienten nach längerer Einnahme cholesterinsenkender Mittel wesentlich seltener an Alzheimer erkrankten als andere Patienten, sagte Hartmann. Die Ergebnisse der neuen Heidelberger Studie stellt das Fachjournal “Proceedings of the National Academy of Sciences” (PNAS) vor.
dpa





