Schwache Funkwellen und infrarotes Licht sollen helfen, auch kleinste Zysten und Tumoren in der Brust zu entdecken. Beide Techniken sind noch in der Frühphase der Entwicklung, zeigten aber in ersten Tests vielversprechende Ergebnisse. Sie sollen auch Tumoren entdecken, die bei Mammographien noch nicht deutlich werden. Beide Methoden wurden auf einem Kongress der American Roentgen Ray Society in Atlanta vorgestellt.
Bösartige Tumoren haben einen höheren Wassergehalt als das umgebende Brustgewebe, berichtet Allan Malmed die Grundlage der neuen Infrarot-Technik. Der so genannte Brustkrebs-Radar (BCR) nutzt schwache Funkwellen, ähnlich wie Mobiltelefone oder Radargeräte. Damit entdeckt es die Unterschiede im Wassergehalt und erstellt dreidimensionale Bilder, die die Größe und den Ort von Tumoren anzeigen. In ersten Studien mit 22 krebskranken Patientinnen erkannte das Gerät zuverlässig die Tumore oder Zysten, so Malmed vom Northwest Community Hospital in Illinois. Bei einer Vergleichspatientin mit sehr dichtem Brustgewebe fand es sogar einen Tumor, der in einer Mammographie wenige Monate zuvor nicht entdeckt worden war. Malmed sieht seine Technik nicht als Ersatz für die teils schmerzhaften Mammographien, sondern als Ergänzung bei Patientinnen mit so genanntem “problematischem” Brustgewebe.
Für die Untersuchung liegt die Patientin bäuchlings auf einem Spezialtisch, während beide Brüste gleichzeitig von den Funkwellen gescannt werden. Die gesamte Prozedur dauert fünf Minuten, erklärt Malmed. Allerdings sei die Technik noch nicht verfügbar: Erste klinische Tests diesen Sommer sollen BCR als Zusatz zu Mammographien untersuchen.
Die zweite vorgestellte Methode nutzt Licht im nahen Infrarot-Bereich und ist besonders mobil: Ein Handgerät, das an ein Notebook angeschlossen werden kann, durchleuchtet die Brust. Der Rechner analysiert das Licht auf Blut-Volumen eines Tumors und auf den Sauerstoffgehalt des Hämoglobins im Blut. Daraus kann er berechnen, ob es sich in der Brust um normales Gewebe oder einen Tumor handelt, so Saroja Adusumilli, Radiologin an der University of Pennsylvania.
Die Prozedur dauert rund 10 Minuten, in ersten Tests war sie bei den meisten von 32 Patientinnen mit bekanntem Brustkrebs erfolgreich. Adusmilli ist begeistert von dem nur ein Kilogramm schweren Handgerät: “Dies könnte sich letztendlich als ideale Methode zur Untersuchung von Frauen erweisen, die sonst keinen Zugang zu HighTech-Brustuntersuchungen haben.”
Dörte Saße





