Das Huhn ist also nicht mehr nur die Methode, aus einem Ei viele Eier zu machen (Farming) – was ihm schon reichlich Stress beschert -, sondern aus einem Tier eine Arzneimittelfabrik (Pharming). Mir ist nicht ganz wohl bei dem Gedanken. Vielleicht bin ich zu romantisch für solch komplette Verdinglichung. Überschriften wie “Hühner als Bioreaktoren”, wie sie heute den ganzen Tag über von den Presseagenturen in die Welt gestreut werden, machen mir ein mulmiges Gefühl. Vielleicht liegt es an den Hühnern meiner Kindheit und dem Hahn mit seinen schillernd grünen Federn, der sich vor meinen Augen eine Henne aussuchte. Es ist mir damals nur nicht aufgefallen, dass es die mit dem rötesten Kamm war. Die Küken jedenfalls waren allerliebst – und garantiert frei von manipulierten Pharma-Genen.
Übrigens: Die medizinisch wirksamen Stoffe, die nun in den schottischen Eiern schlummern, könnten auch im Labor hergestellt werden. Es ist schlicht eine Frage des Preises, denn, so die Forscherin Sang, “der Aufbau solcher
Systeme ist zeitaufwendig und teuer”. Das sollte nicht das einzig entscheidende Kriterium sein, meint
Ihre
Ilona Jerger, Chefredakteurin





