Der Jazz könnte seinen Anfang in einer psychischen Krankheit genommen haben: Ohne seine Schizophrenie hätte Charles “Buddy” Bolden, ein Urvater des Jazz, wohl nie die neue Richtung in der Musik eingeschlagen. Das hat der britische Psychiatrie-Professor Sean Spence auf einer Tagung von Psychiatern in London behauptet, meldet der Nachrichtendienst BBC.
Er hat zu improvisieren begonnen, da er keine Melodien in üblichem Sinne spielen konnte, sagte Spence. Bolden hatte zwischen 1900 und 1906 im Milieu von New Orleans als exzessiver Bandleader und Kornettist große Erfolge gefeiert und mit seinem improvisierten Stil den Jazz begründet. Nachdem er 1907 seine Mutter angegriffen hatte, wurde Bolden in eine Anstalt eingeliefert, wo er 24 Jahre später starb. Von seiner Musik gibt es keine Aufnahmen oder Aufzeichnungen.
Ulrich Dewald





