Mit einem hochempfindlichen Bluttest können Mediziner kleinste Herzschädigungen nachweisen und das Herzinfarktrisiko bestimmen. Der Test beruht auf dem Nachweis von Troponin I, einem Protein, das von absterbenden Herzzellen ins Blut freigesetzt wird. Das berichten Wissenschaftler der Duke University in Durham auf der Jahrestagung der American Heart Association.
Zu den Kennzeichen, die auf einen drohenden Herzinfarkt hinweisen, gehören Brustschmerzen, ein verändertes Elektrokardiogramm (EKG) sowie erhöhte Blutwerte für Kreatinkinase (CK-MB) und Troponin I. CK-MB ist wie Troponin ein Protein, das ins Blut gelangt, wenn Herzzellen absterben. Insbesondere bei Patienten mit wenig auffälligem EKG sind die Ergebnisse der Blutuntersuchung entscheidend für die Art der weiteren Behandlung.
Sunil Rao aus der Arbeitsgruppe von Kristin Newby fasste die Ergebnisse dreier Studien zusammen, die den Zusammenhang zwischen Herzinfarktrisiko und dem Troponin- und Kreatinkinase-Spiegel untersuchten. Dabei erwies sich der Troponinnachweis im Hinblick auf Spezifität und Empfindlichkeit dem CK-MB-Test als überlegen. “Wir glauben, dass bereits geringste Troponinmengen im Blut Herzschädigungen anzeigen”, sagte Rao. Außerdem würde ein Anstieg des Troponinspiegels auch bei negativem CK-MB-Test zuverlässig auf ein erhöhtes Herzinfarktrisiko hinweisen.
Nach einer Schädigung des Herzmuskels steigt der normalerweise kaum messbare Troponinspiegel im Blut innerhalb weniger Stunden stark an und bleibt noch nach über einer Woche erhöht. Aufgrund ihrer Ergebnisse schlagen die Wissenschaftler vor, den positiven Troponintest in die Definition des Herzinfarkts miteinzubeziehen.
Joachim Czichos





