Manche Vegetarier verzichten auf Fleisch, weil es ihnen gesünder erscheint. Andere bevorzugen Salat und Gurke, weil keine fühlenden Mitgeschöpfe für sie leiden sollen. Diese Menschen sollten jetzt aufhören zu lesen. Denn genau davon erzählt dieses Buch: von der Gefühls- und Sinnenwelt der Pflanzen. Von dem, was Bäume und Sträucher, Salat und Kräuter sehen und hören und riechen und woran sie sich erinnern.
Daniel Chamovitz, Botaniker an der Universität Tel Aviv, berichtet über die genetischen Übereinstimmungen zwischen Pflanzen und Menschen, gerade im Bereich der Sinneswahrnehmungen. Pflanzen können zwar nicht einer zugreifenden Hand ausweichen. Gleichwohl spüren sie die Gegenwart von uns Menschen, wie seriöse Experimente belegen.
Auch ohne Zentralnervensystem tauschen die Pflanzenteile ständig Informationen untereinander aus – über Hormone und Duftstoffe, die zwischen Blättern, Stängeln und Wurzeln zirkulieren oder durch Drüsen abgeschieden und von Sensoren empfangen werden. So schaffen Pflanzen es, auf Veränderungen zu reagieren, auch wenn sie nicht weglaufen können. Liebevoll gezeichnete floristische Miniaturen und einfache Schemazeichnungen wichtiger Experimente lockern die Lektüre auf. Und am Ende führt an der Einsicht kein Weg vorbei: Auch der Salat hat ein Herz … Jürgen Nakott
Daniel Chamowitz WAS PFLANZEN WISSEN Hanser, München 2013 208 S., € 17,90 ISBN 978–3–446–43501–8 E-Book für € 13,99 ISBN 978–3–4 46–43542–1





