Wie funktioniert das genau?
Mit Licht als Energie bauen Algen Biomasse auf. Oder anders gesagt: durch den Prozess der Photosynthese. Der Vorteil von Algen gegenüber Pflanzen auf dem Acker ist, dass sie Einzeller sind. Jede von ihnen betreibt Photosynthese. In unseren Photobioreaktoren an der Fassade bekommen die Algen einen Lichtblitz ab und wandern dann durch den Wasserstrom, den wir durch Luftblasen antreiben, von der Oberfläche weg in den Schattenbereich. Dort können sie die Sonnenenergie in biochemische Energie umwandeln. Dann werden sie wieder ans Licht transportiert, und der Prozess beginnt von vorne. Da sich die Algen an der lichtzugewandten Seite ständig abwechseln, können sehr viele Algen belichtet werden und so das einfallende Licht optimal ausnutzen.
Was braucht man alles für eine funktionierende Bioreaktorfassade?
Für das Wachstum der Algen brauchen wir eine CO2-Quelle. Der Gehalt in der Luft reicht nicht aus, der ist zu gering. Als CO2-Quelle kann Rauchgas aus jedem beliebigen Verbrennungsprozess genutzt werden, also Gasthermen, Heizungskessel oder Blockheizkraftwerke. Am BIQ Algenhaus haben wir zum Beispiel eine Gastherme. Grundsätzlich ist es aber so: Überall da, wo Sonnenlicht und Wasser verfügbar sind, können wir Mikroalgenfassaden betreiben.
Hat unterschiedlich starke Lichteinstrahlung Einfluss auf die Produktion von Energie und Biomasse?
Ja, das hat es. Das bedeutet für uns auch, dass wir die Zelldichte so anpassen müssen, dass sie zum Wetter passt. Bei sonnigem Wetter mit viel Licht erhöhen wir die Zelldichte, damit möglichst viele Algen für die Lichtausnutzung vorhanden sind. Bei Schwachlicht reduzieren wir die Zelldichte, da dann weniger Algen ausreichen, um das Licht optimal nutzen zu können. Das heißt wir können das – anders als der Landwirt auf dem Acker – immer optimal einstellen. Und weil die Algen so schnell wachsen, lässt sich das von einem auf den anderen Tag ändern.
Wo kommen die Algen her? Werden sie extra gezüchtet?
Nein, es handelt sich um Algen, wie sie in der Natur vorkommen. Für den Einsatz in der Bioreaktorfassade haben wir aber Algen aus Gewässern in und um Hamburg isoliert, die besonders schnell wachsen.
Im Algenhaus sind einige Wohnungen vermietet, andere stehen noch frei. Wie beeinflusst das die Energiegewinnung, wenn das Haus bewohnt ist?





