Zwischen den Jahren 1600 und 1700 lag die Aussterberate für Vögel und Säugetiere bei einer Art pro Jahrzehnt, zwischen 1850 und 1950 hatte sie eine Art pro Jahr erreicht. Die derzeitige Aussterberate liegt bei zweichen drei und 130 Arten pro Tag! Die Rote Liste der IUCN (2006) enthält über 800 dokumentierte Fälle von ausgestorbenen Arten seit dem 16. Jahrhundert – 784 komplett (also inklusive Zoohaltung) ausgestorbene und 65 in der Wildnis ausgestorbene Arten. Die wahre Zahl liegt jedoch vermutlich noch deutlich höher.
Erst in den 1970er Jahren begann der weltweit der großräumige Schutz wild lebenden Tier- und Pflanzenarten – zunächst über das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES, einem Abkommen zur Regulierung des Handels mit ausgewählten Spezies. Seit den 1980er Jahren setzt der Naturschutz zunehmend auf die Unterschutzstellung wertvoller Lebensräume. Dennoch bleibt die Betrachtung der Art als Indikator für die Überlebensfähigkeit eines Ökosystems und damit auch für die Schutzwürdigkeit eines Lebensraums enorm wichtig. Mit der Flora-Fauna-und Habitat-Richtlinie (FFH) baut sogar ein ganzes Gesetz in der EU auf dem gezielten Schutz bestimmter Arten auf.
Doch dieses Prinzip hat seine Grenzen. Viele Schutzgebiete liegen mehr und mehr wie Inseln in einem Meer von Kulturlandschaften. Immer weiter dringen landwirtschaftlich genutzte Flächen oder Siedlungen in die verbleibenden Naturräume außerhalb der Schutzgebiete vor. Ein genetischer Austausch zwischen Populationen dieser “Schutzinseln” wird daher immer schwieriger und führt zu verstärkter Inzucht innerhalb der Populationen und zu größerer Anfälligkeit für Erb- und anderen Krankheiten. Ein Verbund dieser Schutzgebiete und Biotope ist für einen langfristigen Naturschutz daher unumgänglich. Ziel des Artenschutzes und damit auch des WWF ist daher, die Erhaltung wildlebender Arten in ihren natürlichen Lebensräumen auf der Basis natürlicher Lebensbedingungen sowie die Förderung einer nachhaltigen Nutzung von Tier- und Pflanzenarten, die nicht zum Ausbeuten der jeweiligen Art führt.
Quelle: WWF
Foto: Breitmaulnashorn in Namibia. © Ulf Dörner / WWF





