Die Mikrotechnik hält Einzug in die Biomedizin: Bio-Mikrochips, halb so groß wie der Durchmesser eines Haares, sollen schon bald vielfältige Aufgaben in Therapie und Diagnostik übernehmen.
Robert Michler, Chirurg an der Ohio State University, erprobt derzeit den Einsatz der Mikrochips für die Behandlung von Herzerkrankungen. Die miniaturisierten Hightech-Geräte sollen – zunächst im Tierversuch – in den Herzmuskel eingepflanzt werden und dort über längere Zeit Substanzen freisetzen, die das Wachstum von Blutgefäßen stimulieren. “Voraussichtlich in fünf Jahren werden wir mit den ersten Versuchen am Menschen beginnen”, so Michler.
Eine weitere Anwendung sieht Constantino Benedetti vom James Cancer Hospital, in der besseren Schmerzbehandlung nach chirurgischen Eingriffen. Implantierte Mikrochips könnten eine regulierbare Dosierung von lokal wirkenden Schmerzmitteln über einen Zeitraum von mehreren Tagen ermöglichen. Die stärksten zurzeit verwendeten Lokalanästhetika wirken maximal acht Stunden.
Mikrochips können aber nicht nur als Mikro-Transportgefäße dienen, die kontrolliert Medikamente freisetzen. Mit Sensoren ausgestattet, sind sie zum Beispiel zur Messung von Hormonen einsetzbar. Bei über 70-jährigen Männern wären solche Mikrochips effektive Frühwarnsysteme für die Entstehung von Prostatakrebs.
Joachim Czichos





