Das Berliner Universitätsklinikum Charite testet in einer Studie eine Pille mit eingebauter Minikamera, die dreidimensionale Bilder aus dem Magen-Darm-Trackt liefert. Patienten schlucken dabei eine 11 mal 26 Millimeter kleine Kapsel, die eine Kamera und eine Batterie enthält, wie das Klinikum am Freitag mitteilte. Sie wurde in Israel und den USA entwickelt.
Unter Leitung von Prof. Herbert Lochs begann nun nach Angaben der Charite die weltweit erste Studie mit der Kapsel zur Untersuchung des Dünndarms von Patienten mit Verdacht auf Morbus Crohn. Dies ist eine eine häufige, chronisch-entzündliche Erkrankung mit Schleimhautgeschwüren, Blutungen und Schmerzen. Sie manifestiert sich oft im Dünndarm, der besonders schwer mit anderen Verfahren zu untersuchen ist.
Während der Passage durch den Darm macht die Kamera alle zwei Sekunden eine Aufnahme, die an ein um den Bauch geschnalltes Empfangsgerät gesendet werden. Am Computer werden die Bilder zu einem dreidimensionalem Bild der Dünndarm-Innenwand zusammengesetzt. Mit der Kapsel werde die Dünndarmuntersuchung und die Diagnose von Darmerkrankungen deutlich verbessert, erklärte die Charite.
Für Patienten, die an der Studie in der Klinik für Gastroenterologie teilnehmen, ist die Untersuchung kostenlos. Für eine Untersuchung und Diagnosestellung außerhalb der Studie werden 2.000 Mark (1020 Euro) in Rechnung gestellt.
dpa





