Neugeborene, die bei der Geburt aufgrund von Komplikationen zu wenig Sauerstoff bekommen, sind viermal gefährdeter, später an Schizophrenie zu erkranken als andere Kinder. Nach einer Studie von Christina Dalman, Psychiaterin an der Universität Göteborg, können viele unterschiedliche Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt mit einer künftigen Schizophrenie in Verbindung gebracht werden.
Ich habe herausgefunden, dass bei dünnen Föten oder bei Müttern mit Präeklampsie ein doppelt so hohes Risiko für Schizophrenie besteht. Dies trifft auch auf Babys zu, die vor der dreiunddreißigsten Schwangerschaftswoche geboren wurden”, erklärt Dalman. “Zudem haben Neugeborene mit einer Sauerstoffunterversorgung ein viermal höheres Risiko, später im Leben an Schizophrenie zu erkranken.” Als Präeklampsie bezeichnet man die Kombination von Bluthochdruck mit einer verstärkten Eiweißausscheidung, die bei drei bis sechs Prozent aller Schwangerschaften zu beobachten ist. Manchmal kann diese Erkrankung zu einer Eklampsie, einer lebensgefährlichen Verlaufsform mit Krampfanfällen, führen.
Jedes zehnte Kind wird laut Dalman während der Geburt Komplikationen ausgesetzt, die zu Schizophrenie führen könnten. Jedoch entwickeln die meisten Kinder die Krankheit nicht. Die Ursprünge der Schizophrenie sind hauptsächlich unbekannt, der bedeutendste bekannte Risikofaktor ist genetisch bedingt: Kinder mit einem Elternteil mit der Krankheit haben ein zehnmal höheres Risiko zu erkranken.
Schizophrenie ist eine psychische Erkrankung mit unterschiedlichen Kernsymptomen, wie etwa Wahnvorstellungen, Sinnestäuschungen und Denkstörungen, aber auch Verminderung von Bewegung, Sprache, Antrieb und Gefühlsintensität. Je nach Unterform der Erkrankung ist der Verlauf anders.
Nicole Waschke





