Den geistigen Verfall von Patienten mit der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) soll ein seit Jahren bekanntes Schmerzmittel verlangsamen. Der bisher im Medikament Katadolon enthaltene Wirkstoff Flupirtin habe bei Versuchen an 23 Betroffenen zu “deutlichen Verbesserungen des kognitiven Vermögens” wie etwa der Merkfähigkeit geführt, teilte Gabriela Pergande, Forscherin der Asta Medica AG am Dienstag in Frankfurt mit. Die Forscherin beruft sich auf einen Zwischenbericht der seit 1997 an der Universitätsklinik Göttingen vorgenommenen Studie.
Eine Heilung der Erkrankten sei auch mit der Einnahme von Flupirtin nicht zu erwarten, betonte Pergande. Allenfalls sei eine Verlangsamung des Zerfalls der Gehirnzellen um mehrere Monate möglich. Nach Darstellung Pergandes gibt es bisher keine Arznei, die sich auch bei der Bekämpfung der durch die Rinderseuche BSE hervorgerufenen neuen Variante der CJD als wirksam erwiesen hat. In den kommenden Wochen werde eine Ethikkommission entscheiden, ob der Versuch mit der Kontrollgruppe an der Klinik fortgesetzt werde oder ob auf Grund der Wirksamkeit des Flupirtins alle erkrankten Probanden das Medikament erhielten.
Zunächst vorsichtig bewertete der Münchner Neuropathologe und CJD- Experte Hans Kretzschmar die Erkenntnisse. Selbst wenn die Krankheit mit einem Medikament aufzuhalten wäre, müsse noch immer ein weiteres Medikament gefunden wäre, das zu einer Heilung führe.
dpa





