Ein Haustier, das sprechen kann! Ihr Talent, Stimmen oder Geräusche nachzuahmen, hat vielen Beos ein einsames Dasein in kleinen Käfigen beschert. Vor zehn bis 20 Jahren wurden importierte Wildfänge auch häufig noch in deutschen Zoogeschäften angeboten. Ab 2005 war damit Schluss: Da es in den südostasiatischen Ursprungsländern zu schweren Bestandseinbrüchen kam, wurde die Einfuhr von Beos in die EU verboten. Doch dies hat das Problem nicht beseitigt: Vor allem im asiatischen Raum werden die Vögel noch immer stark gehandelt. In manchen Ländern verkauft man Beos außerdem als Delikatesse. Dadurch stehen die Wildbestände stark unter Druck und einige Unterarten des Beos stehen nun sogar kurz vor dem Aussterben.
Schwierige Nachzucht
Das Problem lässt sich durch Zucht nur schwierig lösen, berichtet die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz: Die Vermehrung der monogam lebenden Vögel ist eine große Herausforderung, da sie bei der Partnersuche sehr wählerisch sind. Aus diesem Grund sind Beos mittlerweile sogar in den europäischen Zoos selten geworden. „Beos verschwinden sowohl in ihrem asiatischen Lebensraum, als auch in europäischen Zoos still und leise. Mit der Ernennung zum Zootier des Jahres 2020 möchten wir zusammen mit der Unterstützung unserer Kampagnenpartner und der Zoogemeinschaft Lobbyarbeit und ganz konkreten Artenschutz für diesen besonderen Vogel betreiben“, sagt Sven Hammer von der Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz.
Für den Titel „Zootier des Jahres“ werden Tierarten ausgewählt, deren Bedrohung in der Öffentlichkeit wenig beachtet wurde. In der Vergangenheit starben bereits einige Tierarten unter anderem deshalb aus, da ihre Gefährdung nicht genug Aufmerksamkeit in den Medien erreichte. Diesem Schicksal soll der Beo nun entgehen. Ziel der Kampagne ist es deshalb, die schwierige Situation der intelligenten Starenvögel bekanntzumachen und Spenden für die Projekte im Rahmen der Aktion zu sammeln.
Beo-Partnervermittlung
Um zum Erhalt der europäischen Zoobestände beizutragen, wird im Zuge der „Zootier des Jahres“- Kampagne im Vogelpark Marlow ein Zentrum für die Beo-Partnervermittlung, ein „Beo-Dating-Center“, aufgebaut. Dort sollen Beo-Singles gezielt zusammengebracht werden, um ihnen die Möglichkeit zu bieten, ihre „große Liebe“ zu finden. Die so entstandenen Paare werden anschließend an teilnehmende Zoos übergeben. Dort sorgen sie dann hoffentlich für mehr Beo-Nachwuchs, damit sich die Bestände in Zoologischen Gärten erholen können.
Neben dieser Partnervermittlung in Deutschland wird die „Zootier des Jahres“- Kampagne 2020 auch zwei Beo-Schutzprojekte in Indonesien finanziell unterstützen, berichtet die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz. Auf der Insel Java wird im Rahmen des ersten Projekts ein eigens für die anspruchsvollen Bedürfnisse der Beos entworfener Zuchtvolierenkomplex errichtet. Hier erhalten die stark gefährdeten Tenggara-Beos und die von der Ausrottung bedrohten Nias-Beos die Chance auf ein Überleben ihrer Art.





