Als Antwort auf den rasanten Fortschritt in der Bio- und Gentechnologie will Bayern eine Ethikkommission einrichten. Das beschloss das bayerische Kabinett am Dienstag. Die Experten sollen die Landesregierung beraten und Standards für den Umgang mit den neuen wissenschaftlichen Möglichkeiten entwickeln.
Auf Bundesebene beschäftigt sich seit Mai vergangenen Jahres im Auftrag des Bundestages die Enquetekommission “Recht und Ethik der modernen Medizin” mit diesen Fragen, sofern sie die Humanmedizin betreffen.
“Bayern tritt dafür ein, dass die Chancen der Bio- und Gentechnologie etwa beim Kampf gegen Krebs, gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Aids und Alzheimer genutzt werden”, sagte Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) in München. Federführung für die Kommission hat der neue Verbraucherminister Eberhard Sinner. Bis zum Frühjahr soll er in Abstimmung mit seinen Kollegen Hans Zehetmair (Wissenschaft), Christa Stewens (Soziales), Otto Wiesheu (Wirtschaft) und Manfred Weiß (Justiz, alle CSU) die Mitglieder des Gremiums berufen.
Die Einrichtung der Kommission geht der Staatskanzlei zufolge auf einen Vorschlag der bayerischen Behindertenbeauftragten Ina Stein zurück. Sie hatte davor gewarnt, dass als Folge des medizinischen Fortschritts im Pränatalbereich behindertes Leben in Frage gestellt werden könnte.
dpa





