Zurückhaltend haben US-Experten auf eine Studie reagiert, dass sich die Malariamücke Anopheles erfolgreich mit dem Nilbuntbarsch (Oreochromis niloticus) bekämpfen lässt. Der Entomologe Peter Atkinson von der University of California in Riverside warnte vor Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht, wenn eine Fischart in Gewässer eingebracht wird, in denen sie bisher nicht lebte. Und der Mikrobiologe Clive Shiff von der Johns Hopkins University in Baltimore gab zu bedenken, dass die Methode versage, weil die Mücken ihre Eier oft in Pfützen ablegen.
Im Westen von Kenia hatte der Schweizer Insektenforscher Francois Omlin Nilbuntbarsche in zwei von den Fischen unbewohnte Teiche gesetzt, die stark von Anopheles-Larven befallen waren. Ein dritter Teich diente als Kontrolle. Nach zwei Wochen hatten die Barsche über 80 Prozent der Larven aufgefressen, im Kontroll-Teich hatte sich die Zahl der Larven dagegen verdreifacht.
Omlin, der am International Centre of Insect Physiology und Ecology in Nairobi arbeitet, sieht daher in den Barschen eine effektive Möglichkeit, die Malaria in Afrika einzudämmen. An der tückischen Krankheit sterben jedes Jahr weltweit rund eine Million Menschen, die meisten davon auf dem Schwarzen Kontinent. Dass der Nilbuntbarsch gerne Moskitos und deren Larven frisst, ist schon länger bekannt. Laut Omlin ist seine Studie aber die erste, die Daten aus der Praxis vorlegt.





