Amerikanische Forscher haben die Geburt des ersten gesunden Klonbabys einer bedrohten Art verkündet. Das Banteng – eine javanische wildlebende Rinderart – kam am 1. April zur Welt. Das Neugeborene ist munter und macht einen völlig normalen Eindruck, berichtet der Online-Dienst des Fachmagazins “Science”.
Bislang waren Versuche, vom Aussterben bedrohte Arten zu klonen, nicht von Erfolg gekrönt. Die Tiere waren meist nicht lebensfähig oder sehr anfällig, so dass sie sehr früh starben. Die Wissenschaftler des Unternehmens Advanced Cell Technology (ACT) in Worcester (USA) haben zum Klonen des Bantengs das Erbmaterial eines 1980 gestorbenen männlichen Tieres verwendet, dessen Gewebe im Zoo von San Diego eingefroren worden war. Zellkerne von Hautzellen gaben sie in normale Kuh-Eizellen. Die daraus wachsenden Zellhaufen, die so genannten Blastocysten, pflanzten sie dann in insgesamt dreißig Kühe.
Aus diesen Versuchen entstanden 16 Schwangerschaften, von denen jedoch nur zwei bis zur Geburt kamen. Banteng Nr. 1 – einen richtigen Namen haben die Forscher dem Baby noch nicht gegeben – gab schon wenige Minuten nach der Geburt ein munteres Brüllen von sich. Das gesunde Banteng hatte noch einen Zwilling, der von einer anderen Kuh ausgetragen worden war aber schon kurz nach der Geburt eingeschläfert werden musste.
Kritische Forscherstimmen geben zu bedenken, dass das Neugeborene Banteng, auch wenn es einen gesunden Eindruck mache, auf lange Sicht nicht normal sein könnte. Viele geklonte Tiere scheinen bei der Geburt völlig unauffällig, leiden dann aber zunehmend unter verschiedenen gesundheitlichen Problemen und erreichen kein hohes Alter. Doch um eine bedrohte Art vor dem Aussterben zu bewahren, müsste ein Klon gar nicht selbst gesund sein. Es würde es schon reichen, wenn er die Geschlechtreife erreicht und Ei- oder Spermazellen produziert, aus denen dann auf natürlichem Weg gesunder Nachwuchs entstehen kann.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





