Im kalifornischen Yellowstone Park gibt es über 10.000 Geysire und heiße Quellen – kaum zu glauben, dass es in dem über 100 Grad Celsius heißen Wasser Leben gibt. Doch Lynn Rothschild vom Ecosystem Science and Technology Branch des NASA Ames Research Center stieß hier selbst unter extremen physikalischen und chemischen Bedingungen auf dichte Biofilme. Auf organisierte Zellverbände also, die auf biochemischem Wege kommunizieren und so unter extremen Bedingungen überleben können.
Der Lebensraum der Bakterien ist nicht nur heiß, sondern auch sauer. Bei den niedrigen pH-Werten finden sich zudem hohe Konzentrationen zahlreicher Schwermetalle, Umstände, die den Bakterien offenbar ein gutes Leben ermöglichen. “Es gibt Bakterien, die hier nicht nur leben, sondern außerordentlich gut gedeihen”, meint Tim McDermott vom Thermal Biology Insitute der Montana State University, “wir wollen wissen warum.”
Schon werden diese Erfindungen der Natur genutzt, zum Beispiel die hitzebeständigen Enzyme im Waschpulver. Nach Meinung der Wissenschaftler bergen diese extremophilen Organismen noch unzählige Geheimnisse. Auch über die Entstehung des Lebens auf der Erde können diese Bakterien möglicherweise Aufschluss geben, denn das Leben gedieh vielleicht schon viel früher als bisher angenommen, in den Quellen der noch heißen Erde.
Joachim Schüring





