Die Hirnscans zeigten: Bei den Müttern wurde der sogenannte Nucleus caudatus
bei der Wahrnehmung des Babyduftes aktiviert,, bei den kinderlosen Frauen dagegen nicht. Von dieser Hirnregion ist bereits eine Bedeutung im Rahmen von angenehmen Empfindungen bekannt: „Diese Struktur spielt eine Rolle beim Erlernen von Belohnendem”, sagt Frasnelli. Vor allem der Neurotransmitter Dopamin sei für diese Verschaltung verantwortlich. Er ist beispielsweise auch der Drahtzieher hinter der sexuellen Lust und anderen belohnenden Aktivitäten. „Das System steckt auch hinter dem Verlangen nach bestimmten Nahrungsmitteln oder Drogen”, sagt Frasnelli.
Belohnungssystem fördert fürsorgliches Verhalten
Das Belohnungssystem sorgt dafür, dass wir bestimmte Verhaltensweisen wiederholen – weil damit angenehme Gefühle verbunden sind, erklärt der Forscher. Im Fall der Mutter-Kind-Bindung verstärkt der Duft die Motivation für fürsorgliches Verhalten, so die Interpretation. Zusätzlich zum visuellen Effekt des berühmten Kindchen-Schemas, verzücken Babys ihre Mütter also offenbar zusätzlich noch über den Geruchssinn. So wird das „süße” Baby liebevoll gestillt umsorgt und beschützt.
Den Forschern zufolge stellen sich nun weitere interessante Fragen: Entsteht die Reaktion auf den Babyduft durch die Geburt selbst oder die Erfahrungen der Mutter mit dem Baby? „Es ist möglich, dass die hormonellen Umstellungen im Rahmen einer Geburt die Verknüpfungen im Nucleus caudatus verändern, aber auch, dass der Umgang mit dem Baby dies verursacht”, sagt Frasnelli. Außerdem bleibe nun noch die Frage offen, wie Väter auf Babyduft reagieren. „Bisher wissen wir nur: Bei biologischen Müttern entstehen neuronale Veränderungen bezüglich der Wahrnehmung von Babyduft”, resümiert der Forscher.





