Transparent getarnt ? doch nur im Tageslicht
Tarnkappen gibt es nicht nur im Märchen, sondern auch im Tierreich – zum Beispiel bei Tintenfischen. Forscher haben nun deren faszinierende Tarntechnik genauer untersucht. Die Kopffüßer können blitzschnell Farbe und Muster ändern, aber nicht nur das: Im diffusen Licht oberflächennaher Wasserschichten machen sie sich sogar fast gänzlich transparent. So sind sie für ihre Fressfeinde unsichtbar. Die Frage der Forscher war nun: Warum bleiben die Tiere nicht einfach immer durchsichtig? In größeren Tiefen schalten die Tiere nämlich auf eine rote oder schwarze Farbe um, obwohl hier ebenfalls Feinde mit ?Suchscheinwerfern? auf sie lauern, denn viele räuberische Fischarten der Tiefsee produzieren durch Biolumineszenz selber Licht. Um dem Grund für den Farbwechsel nachzugehen, beleuchteten die Forscher ihre Versuchstiere im Aquarium mit unterschiedlichen Lichtquellen. Ergebnis: Im diffusen Tageslicht machten sich die Tintenfische wie erwartet transparent. Beleuchteten die Biologen sie dagegen mit Licht von Wellenlängen im blauen Bereich, wie es auch manche Räuber einsetzen, regierten die Tiere blitzschnell: Die pigmenthaltigen Zellen in ihrer Haut, die sogenannten Chromatophoren, dehnten sich aus, die Transparenz verschwand und die Tintenfische bekamen eine dunkelrote bis schwarze Färbung. Die Forscher konnten nun zeigen, dass dieser Farbwechsel sehr zweckmäßig ist: Biolumineszentes Licht macht einen transparenten Tintenfisch nämlich auffälliger als einen rot gefärbten, zeigten die Untersuchungen. Im “Suchscheinwerfer” bietet die Färbung die bessere Tarnung, denn direktes Licht erzeugt bei transparenten Tieren ausgeprägte Reflexionen an der Grenze zwischen Körper und Wasser. (Sarah Zylinski and Sönke Johnsen von der Duke University: Current Biology, doi: 10.1016/j.cub.2011.10.014)
Der Sexismus ist der Bruder des Rassismus
Forscher konnten in einer Studie dokumentieren, dass die Neigung, Weiblichkeit mit Vorurteilen zu belegen, mit rassistischen Einstellungen gekoppelt ist. Das interessante dabei: Dieser Zusammenhang trifft sowohl auf Menschen mit einer sexistischen Einstellung feindseliger als auch wohlwollender Art zu. Das heißt: Personen, die Frauen als minderwertig betrachten, aber auch solche, die Frauen für besonders schutzbedürftig halten, neigen zu rassistischen Ansichten. Für die Studie wurden 425 Frauen und 377 Männer im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt. Die Beteiligten gehörten zu verschiedenen Bildungsstufen und Berufsgruppen. Die Forscher benutzten standardisierte Testverfahren, die Einstellungen zu anderen Menschen und die jeweilige Selbsteinschätzung einer Person offenbaren. Knapp 26 Prozent aller Befragten zeigten den Auswertungen zufolge ein hohes Maß an feindseligem oder wohlwollendem Sexismus, ebenfalls gut 26 Prozent vertraten rassistische Auffassungen. Beide Einstellungen deckten sich auffällig, ergaben die Analysen. Es wurde dabei auch ein positiver Einfluss der Bildung deutlich: Je höher die soziokulturelle Einstufung, die Schulbildung und das Einkommensniveau waren, desto geringer waren den Untersuchungen zufolge die sexistischen und rassistischen Tendenzen.”Sexistische Menschen akzeptieren Hierarchien und soziale Ungleichheiten: Sie glauben, dass die verschiedenen Gruppen den Status haben, den sie verdienen, und dass die Gruppe, zu der sie gehören, die Beste ist?, erklärt Studienleiterin Maite Garaigordobil von der nordspanischen Universität des Baskenlandes. (Maite Garaigordobil et al.: Revista de Psicodidáctica, 16(2), S: 331-350)
Urvogel mit schwarzen Schwungfedern
Er gilt als ein Beweis der Darwinschen Evolutionstheorie: Der Urvogel Archaeopteryx bildet ein mögliches Bindeglied zwischen Sauriern und Vögeln. Eine fossile Feder legt nun nahe, dass sich die Tiere in ein überwiegend schwarzes Gefieder hüllten. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher nach der Untersuchung einer versteinerten Feder, die einst am Flügel eines Archaeopteryx gesessen hat. Durch Rasterelektronenmikroskopie beziehungsweise Röntgenspektroskopie konnten sie darin Pigmente aufspüren, die sie anschließend mit jenen von heutigen Vögeln verglichen. Den Analysen zufolge war die Feder also schwarz gefärbt. Die dunklen Melaninpigmente haben nicht nur färbende Funktion, betonen die Forscher, sie stabilisieren auch und machen Federn dadurch steifer, was die Flugfähigkeit der Tiere begünstigt haben könnte. Ob Archaeopteryx gänzlich schwarz war wie ein Rabe oder ob er auch rötliche, braune oder weiße Federpartien besaß, können die Forscher mangels Material nicht sagen. Vor wenigen Wochen wurde allerdings ein neues Fossil des Urvogels vorgestellt, das besonders gut erhaltene Federn aufweist. Vielleicht ergeben sich aus Untersuchungen an diesem Exemplar noch weitere Informationen darüber, wie der Kronzeuge der Evolutionstheorie einmal ausgesehen hat. (Ryan Carney von der Brown University in Providence et al.: Society of Vertebrate Paleontology Annual Meeting)
Mit dem Viagra-Wirkstoff gegen Hautkrebs
Der Wirkstoff Sildenafil, bekannt als das Potenzmittel Viagra, könnte bei der Behandlung von schwarzem Hautkrebs helfen. Darauf deutet eine Studie deutscher Forscher an Mäusen hin: Von den krebskranken Nagern, die das Mittel ins Trinkwasser bekamen, lebten nach rund sieben Wochen noch mehr als doppelt so viele wie in der unbehandelten Kontrollgruppe. Die Forscher führen diesen Effekt auf eine Stärkung des Immunsystems zurück, das dann selbstständig die Tumoren eindämmen kann. ?Fast jeder Krebsherd löst in seiner Umgebung eine chronische entzündliche Immunreaktion aus, die eine gezielte krebsspezifische Immunabwehr unterdrückt?, erklärt Viktor Umansky vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Ziel der Forschungsarbeiten war es nun, diese chronischen Entzündungen einzudämmen, damit das Immunsystem den Krebs aktiv bekämpfen kann. Das Team wählte dazu den Wirkstoff Sildenafil, weil er in experimentellen Tiermodellen bereits Wirkung im Zusammenhang mit der Immunabwehr gegen Tumoren gezeigt hatte. Im Fall des schwarzen Hautkrebses glückte dies nun ebenfalls: Sildenafil neutralisierte die Entzündungen und hob die Hemmung der Immunabwehr auf. Wegen des ähnlichen Krankheitsverlaufs bei Maus und Mensch ?ist es sehr gut möglich, dass Sildenafil auch bei melanomkranken Menschen die immunsupprimierenden Effekte der Entzündung unterdrücken und so die Immunabwehr gegen den Krebs verbessern kann?, sagt Umansky. (Christiane Meyer, Deutsches Krebsforschungszentrum et al.: PNAS DOI:10.1073/pnas.1108121108)
Kurioses Dementi des Weißen Hauses: Wir wissen nichts von Aliens!
Es ist ein beliebtes Motiv in Hollywoodfilmen: Die US-Regierung weiß von der Existenz Außerirdischer Lebensformen, verheimlicht ihre Kenntnisse aber vor der Öffentlichkeit. Für manche Menschen ist das allerdings nicht nur Fiktion ? sie glauben tatsächlich an derartige Verschwörungstheorien. Nun hat sich das Weiße Haus doch tatsächlich genötigt gefühlt, sich dazu in einer offiziellen Stellungnahme zu äußern: Weder gebe es Beweise für außerirdisches Leben, noch sei bekannt, dass Außerirdische jemals Kontakt zu Menschen aufgenommen hätten, heißt es darin. Die US-Regierung schließe damit die Existenz von Außerirdischen nicht aus, habe aber selbst keine Kenntnisse, dass diese jemals die Erde besucht haben. Das Weiße Haus betonte ebenfalls, dass es keine Beweise in diesem Zusammenhang zurückhalte. Anlass für das kuriose Statement waren zwei Online-Petitionen, in denen insgesamt rund 17.000 Menschen US-Präsident Barack Obama aufforderten, die Existenz außerirdischen Lebens endlich formell anzuerkennen. Außerdem sollten Behörden und Militäreinrichtungen ihre Akten zum Thema offenlegen. Vermutlich wird das offizielle Statement hartgesottene Verschwörungstheoretiker allerdings kaum beeindrucken. Im Film “Men in Black” wird ja auch allerhand Aufwand betrieben, um die Existenz von Außerirdischen auf unserem Planeten streng geheim zu halten. ( Mitteilung Weißes Haus)
wissenschaft.de – Martin Vieweg





