Mikrobiologen der Colorado State University haben einen neuen Tuberkulose-Impfstoff entwickelt, der zur Wiederholungsimpfung bei Erwachsenen eingesetzt werden soll. Über die erfolgreichen Tests an Mäusen berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift “Infection and Immunity”.
87 Prozent aller Säuglinge weltweit werden mit dem sogenannten BCG-Impfstoff gegen Tuberkulose geimpft. Dieser besteht aus nicht infektiösen Mykobakterien. Die dadurch erworbene Immunität geht aber meistens nach 10 bis 15 Jahren wieder verloren. Eine erneute gleichartige Impfung wäre wirkungslos.
Jetzt hat eine Forschergruppe unter Leitung von Ian Orme einen Impfstoff entwickelt, der bei Mäusen die verloren gegangene Resistenz gegen die Tuberkuloseerreger wiederherstellen kann. Zusätzlich wurde beobachtet, dass dabei auch bereits bestehende tuberkulöse Lungenschäden zurückgebildet werden. Anstelle von vollständigen Bakterien benutzten die Wissenschaftler für die Impfung die aus Mykobakterien isolierte Eiweißverbindung Mycolyltransferase A als stimulierendes Antigen.
Der Verlust des anfänglichen Impfschutzes führt in Ländern mit hohem Ansteckungsrisiko wie Indien und China zu zahlreichen Neuinfektionen. In den westlichen Industrieländern sind insbesondere alte Menschen und AIDS-Patienten gefährdet, die aufgrund von Reaktivierungen alter, abgekapselter Krankheitsherde erkranken können. Weltweit gibt es jährlich acht Millionen Neuerkrankungen an Tuberkulose. Die Infektionskrankheit fordert pro Jahr drei Millionen Tote.
Joachim Czichos





