Die reifen Blätter einer Pflanze geben ihr Wissen an junge Blätter weiter. Das haben britische Forscher an der Ackerschmalwand, einem mit dem Raps verwandten Wildkraut, beobachtet. Die Entdeckung könnte die Modelle des weltweiten Klimawechsels beeinflussen, berichten die Wissenschaftler von der Universität Sheffield im Fachmagazin “Nature”.
Die Forscher stellten reife und heranwachsende Blätter in Umgebungen mit unterschiedlichen Kohlendioxid- und Lichtverhältnissen. Sie fanden heraus, dass der Aufbau der jungen Blätter eher der Umwelt der älteren Blätter angepasst war als der eigenen. Die älteren Blätter scheinen den nachwachsenden Blättern der selben Pflanze den Kohlendioxidgehalt der Luft und die Lichtverhältnisse mitzuteilen. Die jungen Blätter richten darauf die Menge ihrer so genannten Spaltöffnungen nach diesen Informationen. Anzahl und Dichte dieser Spaltöffnungen haben eine Wirkung auf die Photosyntheserate der Pflanze.
Bei der Photosynthese stellt die Pflanze aus Licht, Kohlendioxid, Wasser und Mineralien körpereigene Stoffe her und gibt gleichzeitig Sauerstoff ab. Eine Veränderungen in der Anzahl der Spaltöffnungen könnte daher den Kohlendioxidgehalt beziehungsweise den Sauerstoffgehalt der Atmosphäre beeinflussen. Wenn alle Pflanzen ihre nachwachsenden Blätter auf diese Weise vorprogrammieren, sollte dieser Aspekt in künftige Überlegungen zum Klimawandel mit einbezogen werden, so die Forscher.
Cornelia Pfaff





