Trotz von den Medien vorgegebener Schönheitsideale suchen sich Menschen ihre Partner nach individuellen Kriterien aus. Das tun auch Tiere bis zu einem gewissen Grad, wie Verhaltensforscher beispielsweise an Guppies und Meerleguanen zeigen konnten.
Guppyweibchen bevorzugen normalerweise Männchen mit großen Schwanzflossen und einer hellorangenfarbenen Fleckenzeichnung. Eine Minderheit von Weibchen paart sich aber auch gerne mit Männchen, die schwarze Markierungen aufweisen, berichtet der New Scientist. “Eine interessante Erkenntnis”, findet Raoul Mulder, Evolutionsökologe an der Universität von Melbourne. “Sie erklärt, warum sich manche seltenen Farbmuster in Guppypopulationen halten können.”
Auch Meerleguan-Weibchen suchen sich ihre Partner nicht nach einem einheitlichen Schema aus, wie ein internationales Forscherteam in der Fachzeitschrift Ethology berichtet (107, 623-638). Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Echsendamen keinen bestimmten Typ von Männchen favorisieren. Die Wissenschaftler vermuten, dass dafür nicht unterschiedliche Vorlieben der Weibchen, sondern fehlende Informationen der Grund sind: Die Weibchen der Meerleguane verlieren während der Partnersuche an Körpergewicht und haben daher nicht die Muße, lange nach einem Partner zu suchen. Daher nehmen die Leguan-Damen oft einfach den Erstbesten – das Männchen, das sie am häufigsten anbalzt.
Meerleguane (Amblyrhynchus cristatus) kommen ausschließlich auf den Galapagos-Inseln vor. Die bis zu 1,75 Meter groß werdenden Tiere ernähren sich vorzugsweise von Tang und Algen, für die sie bis zu 3 Meter tief tauchen.
Der in Amerika beheimatete Guppy (Poecilia reticulata) gehört zu den Lebendgebährenden Zahnkarpfen. Er ist “der” Aquarienfisch und existiert in zahlreichen Zuchtformen.
Dr. Sebastian Messerschmid





