Das Gehirn wächst nicht nur bei Kindern und Teenagern, sondern auch noch bei Erwachsenen. Bis zum Ende des fünften Lebensjahrzehnts nehmen Hirnregionen an Umfang zu, die hinter der Stirn und neben der Schläfe liegen, schreiben amerikanische Forscher im Magazin “Archives of General Psychiatry”. Bisher sind Forscher davon ausgegangen, dass das Gehirn mit etwa 17 Jahren ausgewachsen ist.
Die Forscher um George Bartzokis von der US-Behörde für Veteranen-Angelegenheiten haben die Gehirne von siebzig Männern im Alter zwischen 19 und 79 Jahren mit einem Tomographen untersucht. Dabei fanden sie, dass der Umfang an weißer Substanz im Stirn- und Scheitellappen der Versuchsperson bis zum Alter von etwa 47 Jahren zunimmt. Anschließend beginnt sie wieder zu schrumpfen. Die weiße Substanz befindet sich unterhalb der grauen Hirnrinde wie der Boden unter einem Teppich. Sie hat die Aufgabe, die verschiedenen Hirnteile miteinander zu verknüpfen.
Die Untersuchung ergab aber auch, dass die graue Hirnrinde bereits im dritten Lebensjahrzehnt anfängt zu schrumpfen. In der Rinde des Gehirns sind die höheren geistigen Fähigkeiten lokalisiert, etwa das Nachdenken und das Erinnern.
Andreas Wawrzinek





