Britische Ärzte schlagen Alarm: Insulin gewinnt als Doping-Mittel an Popularität. Die Mediziner stützen sich bei ihrer Warnung allerdings nur auf Hinweise, denn beweisen läßt sich der Mißbrauch kaum. Bereits vier Minuten nach dem Spritzen sind nämlich 50 Prozent der Dosis abgebaut. Der Rest ist vom körpereigenen Insulin nicht zu unterscheiden. Das Diabetes-Medikament ist also im Doping-Test kaum nachweisbar, doch kann es bei falscher Dosierung zum Tod führen.
Insulin hilft doping-willigen Sportlern auf zwei Wegen: Zum einen wirkt es Hand in Hand mit anabolischen Steroiden wie Testosteron oder Wachstumshormonen. Während diese den Muskelaufbau fördern, verhindert Insulin den Abbau der Muskelpakete. Diese Wirkung sorgt vor allem bei Bodybuildern für Begeisterung. Sie waren übrigens die Pioniere des Insulin-Mißbrauchs.
Mittlerweile haben aber auch Mittelstreckensportler den “Stoff” für sich entdeckt. So lassen sich mit einem speziellen Insulin-Glucogen-Cocktail die Energiereserven der Muskeln vor dem Wettkampf gezielt erhöhen.
So verlockend das Insulin-Doping erscheinen mag, es kann lebensgefährlich sein. Bei falscher Dosierung sinkt der Blutzuckerspiegel dramatisch ab und führt zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Energie und Sauerstoff. Die Folgen sind Hirnschäden oder der Tod. Aufgrund dieser Gefahren verbot das Internationale Olympische Komitee 1998 den Einsatz von Insulin als leistungssteigerndes Mittel.
Brigitte Kranz





