Auch das vergangene Jahr war grundlegend vom Abwärtstrend geprägt, betont der WWF: Insgesamt weist die Internationale Rote Liste jetzt über 44.000 Tier- Pflanzen- und Pilz-Arten als bedroht aus. Durch Lebensraumzerstörung, Übernutzung, invasive Arten, Umweltverschmutzung und Klimawandel verursacht der Mensch gerade das größte Massen-Aussterben seit dem Ende der Dinosaurier. „Wir sind dabei die Täter, aber auch die Opfer“, betont Kathrin Samson vom WWF Deutschland. „Denn wir sind für unser eigenes sicheres und gesundes Leben auf vitale Ökosysteme und Artenvielfalt angewiesen. Wir brauchen deshalb ambitionierten Naturschutz in Deutschland und weltweit“, sagt Samson.
Verlierer 2023
Um die Notlage zu veranschaulichen, rückt der WWF sechs Beispiele für Arten und Tiergruppen in den Fokus, bei denen im vergangenen Jahr negative Entwicklungen zu verzeichnen waren.
Löwen: Wie sich zeigte, ist der Bestand der Raubkatzen in Afrika von 2018 bis 2023 erneut um acht Prozent zurückgegangen. Die Löwenpopulation wird nun auf etwa 23.000 Tiere geschätzt. Die verstärkten Schutzmaßnahmen der letzten Jahre konnten den starken Abwärtstrend demnach zwar verlangsamen, aber leider nicht beenden.
Amazonas-Flussdelfine: 2023 wurde deutlich, wie neben Wasserkraftwerken und Umweltverschmutzung auch die Klimakrise die seltenen Süßwasser-Säugetiere bedroht. Über 200 Flussdelfine sind seit September im Lago Tefé im Amazonas ums Leben gekommen. Wahrscheinlich haben die ungewöhnlich hohen Wassertemperaturen von bis zu über 39 Grad Celsius zu den drastischen Verlusten geführt.
Amphibien: Auch 2023 zeichnete sich erneut das große Sterben im Reich der Frösche, Kröten und Salamander ab. Über 40 Prozent aller Amphibienarten weltweit sind laut der Roten Liste akut bedroht. 185 Amphibienarten werden nun als „möglicherweise ausgestorben“ geführt. Besonders ist die Gruppe der Salamander von Lebensraumverlust und weiteren Gefahren betroffen: Mehr als jede zweite Art wird als bedroht eingestuft.
Atlantischer Lachs: Den Fischen, die in Flüssen schlüpfen und dann ins Meer wandern, machen Dämme und die Wasserverschmutzung zu schaffen. Nun wurde ein Rückgang der Bestände um 23 Prozent in den letzten Jahren festgestellt. Vor allem die jungen Lachse sind offenbar von einer erhöhten Sterblichkeit betroffen. Zudem bedroht die Lachslaus, die oft Zuchtlachse befällt, auch die Wildbestände.
Humboldt-Pinguine: Die bereits gefährdete Art wurde im Oktober von der Vogelgrippe heimgesucht. Etwa 3000 der ungefähr 10.000 in Chile brütenden Humboldt-Pinguine sind verendet. Nun steht zu befürchten, dass sich das Virus auch in der Antarktis und auf den Galapagos-Inseln ausbreitet und dort für Verluste unter verschiedenen Arten sorgt.





