Mehr als 23.000 Tier- und Pflanzenarten sind weltweit vom Aussterben bedroht, viele weitere gelten als gefährdet. Auch wenn der Niedergang vieler Populationen und Spezies schleichend vonstattengeht, ist damit das sechste große Massenaussterben in vollem Gang. Für wen das vergangene Jahr Hoffnung auf ein Überleben brachte und wer zu den Verlierern gehörte, hat die Tierschutzorganisation Pro Wildlife nun zusammengetragen.
Hoffnung für Giraffe, Walhai und Elefanten
Zu den Tieren, für die 2017 eine Besserung brachte, gehören die Giraffen. “Giraffen werden gejagt und gewildert, für den Handel mit Buschfleisch und die traditionelle Medizin. Zudem ist der Lebensraum der zahlreichen Unterarten stark fragmentiert”, erklärt Adeline Fischer von Pro Wildlife. Doch auf der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Arten (CMS) haben sich die Länder 2017 auf einen besseren internationalen Schutz der Giraffen geeinigt. Das gibt diesen typischen Bewohnern der Savannen eine Chance.
Auch der größte Fisch der Gegenwart ist durch die Bonner Konvention nun besser geschützt. Die Riesen der Meere fallen unter anderem dem Appetit auf Haifischflossensuppe zum Opfer und werden von der Weltnaturschutzunion IUCN als stark gefährdet eingestuft. “Der länderübergreifende Schutz der Tiere ist für Walhaie von besonderer Bedeutung, denn sie schwimmen weite Strecken”, betont Fischer die Bemühungen für eine internationale Zusammenarbeit.
Ebenfalls gute Neuigkeiten gibt es für die Elefanten. Denn China hat zum 31. Dezember 2017 seine Elfenbeinmärkte geschlossen – damit ist einer der größten Abnehmer und Märkte für Stoßzähne aus dem Rennen. Studien zeigen, dass der Elfenbeinhandel in China im Lauf des Jahres bereits stark abgenommen hat und dass die Preise eingebrochen sind. Allerdings: Grund für eine allgemeine Entwarnung ist dies leider noch nicht: “In vielen asiatischen Ländern und in der EU wird noch immer Elfenbein gehandelt. Um die Elefanten zu retten, müssen wir erreichen, dass alle Staaten dem Vorbild Chinas folgen und ihre Märkte schließen”, erklärt Fischer.
Löwen sind die großen Verlierer
Doch das Jahr 2017 brachte für einige Tierarten auch eine Verschlechterung ihrer Überlebenschancen. Zu den Verlierern des Jahres gehören unter anderem die Löwen. “Im Moment erfahren Löwen nicht den Schutz, den sie bräuchten. Sie werden als Trophäen geschossen, fallen Mensch-Tier-Konflikten zum Opfer und werden zur Unterhaltung von Touristen und wegen ihrer Knochen auf unsäglichen Farmen in Südafrika erst gezüchtet und dann abgeschossen”, berichtet Fischer.
Bei der CITES-Konferenz 2017 scheiterte der Versuch, den Handel mit Löwenknochen zu unterbinden. Sie dürfen daher weiterhin aus Südafrika nach Asien exportiert werden, wenn die Tiere von Zuchtfarmen stammen. Die Folge: Die Ausfuhr von Löwenknochen hat sich in den letzten Jahren vervierfacht: Wurden zwischen 2008 und 2011 pro Jahr noch durchschnittlich 314 Genehmigungen für die Ausfuhr von Löwenskeletten erteilt, waren es zwischen 2012 und 2015 pro Jahr 1.312 Skelette.





