Zum Inhalt springen
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
AnmeldenAbonnieren
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Rezensionen
  • natur Plus
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Podcast
  • Rezensionen
natur-Newsletter
Aktuelle Nachrichten aus Natur und Umwelt direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • natur Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Bilddatenbank natur

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Kleinanzeigen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

naturErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-5855
E-Mail: redaktion-natur@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.dedamals.de
© 2026 natur
Startseite/Erde & Umwelt/Artikel
Arktis: Eisbären sind wichtige Futterlieferanten für andere
Erde & Umwelt

Arktis: Eisbären sind wichtige Futterlieferanten für andere

Eisbären spielen eine wichtige Rolle für das Ökosystem der Arktis: Die von ihnen übriggelassene Nahrung ernährt viele weitere Tiere, die sich die Reste schmecken lassen. Einer aktuellen Schätzung zufolge lassen die Eisbären der Arktis jedes Jahr rund 7,6 Millionen Kilogramm ihrer Beute zurück – vor allem Robben, die sie aus dem Meer auf die Eisoberfläche befördert haben. Damit stellen die Eisbären ein entscheidendes Bindeglied zwischen den Stoffkreisläufen im Meer und an Land dar und liefern die Lebensgrundlage für zahlreiche Aasfresser. Das bedeutet allerdings auch: Schwinden die Eisbären, gefährdet das viele weitere arktische Arten. Aus Sicht der Forschenden unterstreicht dies die Dringlichkeit von Schutzmaßnahmen.
Autor
Elena Bernard
28. Oktober 2025
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

Die Lieblingsspeise von Eisbären sind Robben – vor allem deren nahrhafter Speck. Die klassische Jagdstrategie des größten Landraubtiers der Welt besteht darin, sich auf dem Meereis der Arktis an den eisfreien Atemlöchern der Robben auf die Lauer zu legen. Früher oder später taucht ein Opfer auf, wird vom Eisbären auf das Eis gezogen, getötet und gefressen. Doch wenn der Eisbär seine Mahlzeit beendet hat, bleibt meist noch reichlich Fleisch für andere Tiere übrig. Beispielsweise ist von Polarfüchsen bekannt, dass sie Eisbären folgen, um sich an den Resten ihrer Beute zu laben.

Keine Essensverschwendung

Ein Team um Holly Gamblin von der University of Manitoba in Kanada hat nun untersucht, in welchem Maße Eisbären auf diese Weise zur Ernährung anderer arktischer Arten beitragen. „Unsere Ergebnisse quantifizieren zum ersten Mal das Ausmaß, in dem Eisbären als Nahrungslieferanten für andere Arten fungieren, und verdeutlichen die Vernetzung ihres Ökosystems“, sagt Gamblin. Den Schätzungen der Forschenden zufolge erlegt jeder erwachsene Eisbär durchschnittlich mehr als eine Tonne Meeressäuger pro Jahr und lässt etwa 30 Prozent davon als nutzbares Aas zurück. Bei allen Eisbären zusammen machen diese Nahrungsreste etwa 7,6 Millionen Kilogramm jährlich aus – und bilden eine lebenswichtige Nahrungsquelle für andere Arten.

Zu den Tieren, die von den nicht vollständig verzehrten Kadavern profitieren, zählen mindestens elf Wirbeltierarten, darunter Polarfüchse, Wölfe, Raben, Möwen und Schneeeulen. Ohne die Eisbären hätten sie kaum eine Möglichkeit, an die nahrhafte Beute aus dem Meer heranzukommen. „Aus unserer Untersuchung geht hervor, dass es keine andere Art gibt, die die Jagd des Eisbären angemessen ersetzen kann, bei der er seine Beute aus dem Wasser auf das Meereis schleppt und umfangreiche Überreste hinterlässt, die andere Arten nutzen können“, sagt Gamblin. Die Eisbären und die von ihnen erlegten Robben stellen damit ein einzigartiges Bindeglied zwischen den marinen und terrestrischen Ökosystemen der Arktis dar.

Schmelzendes Meereis als Gefahr

Doch der Klimawandel macht den Eisbären ihre Jagd auf Robben zunehmend schwerer. Das Meereis geht im Sommer immer weiter zurück und bildet sich im Winter nur langsam und nicht vollständig nach. Dadurch wird die Jagdsaison der Eisbären Jahr für Jahr kürzer und zugleich oft weniger erfolgreich. Das ist auch für andere Arten ein Problem: „Das Meereis dient vielen Arten als Plattform für den Zugang zu Aasressourcen, die von Eisbären bereitgestellt werden, und letztlich wird der Rückgang des Meereises den Zugang zu dieser Energiequelle verringern“, sagt Co-Autor Nicholas Pilfold von der San Diego Zoo Wildlife Alliance.

Wenn die Eisbärenpopulationen zusammen mit den Eisflächen schrumpfen, finden auch die von ihnen abhängigen Aasfresser weniger Nahrung. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der dokumentierte Rückgang der Eisbärenbestände in zwei Teilpopulationen bereits zu einem Verlust von mehr als 300 Tonnen Nahrungsressourcen für Aasfresser pro Jahr geführt hat“, berichtet Pilfold. Aus Sicht der Forschenden unterstreicht die Studie, wie wichtig Eisbären für das gesamte Ökosystem der Arktis sind. Vom Schutz der ikonischen Raubtiere profitieren deshalb nicht nur die Eisbären selbst, sondern auch zahlreiche andere Arten, die auf sie angewiesen sind.

Quelle: Holly Gamblin (University of Manitoba, Kanada) et al., Oikos, doi: 10.1002/oik.11628

ArktisEisbärenNahrungsketteRobben

Mehr aus Erde & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Erde & Umwelt.

Alle Erde & Umwelt-Artikel
Überlebenstrick der Braunbären steckt im Kiefer
Erde & Umwelt

Überlebenstrick der Braunbären steckt im Kiefer

10. Juli 2026

Braunbären haben als echte Anpassungskünstler mehrere Eiszeiten überlebt. Eine 3D-Analyse zeigt nun den Grund dafür - er steckt im Unterkiefer.

Die Amphibienarche
natur PlusErde & Umwelt

Die Amphibienarche

9. Juli 2026

In einer Amphibienstation im Kreis Höxter (NRW) werden Kröten, Unken und Frösche gezüchtet. Die bedrohten Arten sollen in renaturierten Flusslandschaften neue…

Aus Alt mach Neu: Retrofitting macht Dieselbusse zu E-Bussen
Erde & Umwelt

Aus Alt mach Neu: Retrofitting macht Dieselbusse zu E-Bussen

8. Juli 2026

Die Verkehrswende ist eine Voraussetzung für die Klimaneutralität. Eine Studie zeigt, wie Dieselbusse klimafreundlich auf Elektroantrieb umgerüstet werden…

Ozeanerwärmung lässt Meerestiere schrumpfen
Erde & Umwelt

Ozeanerwärmung lässt Meerestiere schrumpfen

6. Juli 2026

Meerestiere werden in Reaktion auf Umweltkrisen kleiner, besonders bei einer Erwärmung der Ozeane. Dadurch könnte der aktuelle Klimawandel den marinen…

← Zurück zu Erde & UmweltZur Startseite