Die Abwehrstoffe des Immunsystems könnten der Schlüssel zur Therapie der Prionen-Krankheiten sein. Das zeigen Experimente, von denen Wissenschaftler um Anthony Williamson vom Scripps Institut in Kalifornien in der aktuellen Ausgabe von Nature berichten.
Williamson erzeugte spezielle Antikörper gegen Prionen, den mutmaßlichen Erregern des Rinderwahns und der Creutzfeldt-Jakob Krankheit. Krankmachende Prionen lagern sich aneinander und falten auch gesunde Prionen in die gefährliche Form um. Ablagerungen im Gehirn und neurologische Ausfälle sind die Folge dieser Kettenreaktion.
Antikörper, die sich an die gesunde Form der Prionen haften, können diesen Vorgang aufhalten, indem sie sich wie ein Keil zwischen die Prionen schieben, folgert Williamson aus seinen Experimenten mit infizierten Zellkulturen. Zudem werden existierende Ablagerungen der krankmachenden Prionen durch die Behandlung mit den Antikörpern in den infizierten Zellen abgebaut.
“Mit diesem Antikörper kann man womöglich eine bestehende Infektion behandeln”, sagt Williamson. Da Prionen-Krankheiten langsam voranschreiten, wird es allerdings noch einige Jahre dauern bis Studien mit infizierten Tieren Ergebnisse liefern.
Adam Bostanci





