Äpfel können bald ohne allergieauslösende Inhaltsstoffe gezüchtet werden. Niederländische Forscher der Universität in Wageningen haben das Erbmaterial von Apfelbäumen untersucht und sind auf 26 Gene gestoßen, die als Baupläne für vier bekannte Eiweiße dienen. Diese Eiweiße vermiesen rund zwei Prozent der Bevölkerung den Apfelgenuss: Ein Biss in den Apfel verursacht unangenehmes Prickeln und Jucken von der Zunge bis in den Rachen. Auch können die Schleimhäute anschwellen. Pflanzenzüchter könnten nun allergiearme oder -freie Äpfel produzieren, indem sie die Aktivität der neuentdeckten Gene durch Zuchtauswahl reduzieren, meldet die Universität von Wageningen.
Die Forscher um den Doktoranden Zhongshan Gao verglichen die Erbgutinformationen von Äpfeln mit den Ergebnissen von Allergiehauttests an Versuchspersonen. Dabei waren zwei Schwierigkeiten zu meistern: Oft spielen mehrere allergieauslösende Stoffe zusammen, und außerdem reagieren Testpersonen auf die Allergene unterschiedlich. Hilfreich war jedoch, dass die vier wichtigsten Allergene bereits durch frühere Untersuchungen bekannt waren. Gao fand 26 Gene, von denen 18 den Bauplan für das aggressivste Eiweiß “Mal d1” liefern.
Mit gentechnischen Methoden können die Forscher nun die Aktivität dieser Gene schon in den kleinen Planzensämlingen überprüfen. Pflanzenzüchter könnten dann versuchen, diese Aktivität zu mindern oder die Gene ganz aus dem Erbgut herauszuzüchten. Die Methode könnte auch für andere Früchte wie Pfirsiche und Birnen angewandt werden, da dieses Obst ähnliche allergieauslösende Stoffe enthält, hoffen die Forscher.
Zhongshan Gao et al.: Mitteilung der Universität Wageningen, Niederlande
wissenschaft.de/ddp ? Martin Schäfer





