Impfstoffe, die Allergiker in wenigen Wochen heilen sollen, haben Forscher vom Swiss Institute of Allergy and Asthma Research in Davos um Reto Crameri vorgestellt. Bisher müssen die Vakzine regelmäßig über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren verabreicht werden, wobei die Menge der enthaltenen Allergene kontinuierlich erhöht wird. Dies hat zur Folge, dass im Immunsystem immer weniger T2-Helferzellen (TH2) aktiv sind und im Gegenzug die Aktivität der T1-Helferzellen (TH1) gesteigert wird. Während TH2-Zellen allergische Reaktionen auslösen, stimulieren TH1-Zellen die Produktion von Antikörpern. Da es jedoch bisher unmöglich war, die Allergene in den Zellen an die richtige Position zu bringen, brauchte man große Mengen davon – und viel Zeit.
Crameri hat jetzt die Effektivität der Impfstoffe erheblich verbessert, indem er sogenannte Modular Antigen Translocating Molecules (MAT) entwickelte. Sie ermöglichen es, die Allergene in den Zellen genau dort zu platzieren, wo sie eine Reaktion auslösen. „Dadurch wird die benötigte Dosis um den Faktor 100 verringert”, erklärt der Wissenschaftler, „und die Immunisierung findet viel schneller statt.” Bisher haben die Forscher Impfstoffe gegen Hausstaubmilben, Pollen, Katzenhaare und Bienengift hergestellt. Tests an Zellen von allergischen Menschen zeigten, dass die MAT-Vakzine eine starke Immunreaktion auslösten.





