Methan gilt mit seiner fast 30-fach höheren Treibhauswirkung im Vergleich zu Kohlendioxid als ein besonders wichtiger Faktor im Rahmen des Klimawandels. Zwei Drittel des vom Menschen verursachten Methans stammen dabei aus der Landwirtschaft, weil vor allem Rinder das Gas ständig ausstoßen, wenn sie Gras und Heu verdauen. Deshalb wäre es aus Sicht des Klimaschutzes empfehlenswert, wenn wir weniger Rindfleisch und Milchprodukte essen würden – dann müssten weniger Rinder gehalten werden.
Rotalgen als Futterzusatz
Doch was passiert, wenn nicht nur die Menschen ihre Ernährung anpassen, sondern auch die Ernährung der Rinder verändert wird? Dieser Frage sind Forscher um Breanna Roque von der University of California in Davis auf den Grund gegangen. „Da ein Großteil der Methanemissionen aus der Viehhaltung vom Tier selbst stammt, spielt die Ernährung eine große Rolle bei der Suche nach Lösungen“, so Roques Kollege Ermias Kebreab. Bereits in einer früheren Studie konnte das Team den Methanausstoß von Milchkühen reduzieren, indem sie das Tierfutter zwei Wochen lang mit Algen ergänzten. Wie sich zeigte, hemmen Inhaltsstoffe der Meerespflanze ein Enzym im Verdauungssystem der Kühe, das zur Methanproduktion beiträgt.
Jetzt haben die Wissenschaftler diese Futtermischung auch bei für die Fleischproduktion gehaltenen Rindern getestet. Dafür mischten sie fünf Monate lang rund 20 Angus-Hereford-Ochsen entweder keinen, einen geringen oder hohen Anteil der Rotalge Asparagopsis taxiformis ins Futter. Dabei verfolgte das Team die Gewichtszunahme und die Methanemissionen der Wiederkäuer. Nach der Schlachtung wurde zudem die Fleischqualität der Rinder bewertet. Das Ergebnis: Rinder, die über ihr Futter Rotalgen zu sich nahmen, stießen durchschnittlich 50 Prozent weniger Methan aus als die Kontrollgruppe. Ein hoher Algen-Anteil von etwa 80 Gramm konnte die Methanproduktion sogar um bis zu 80 Prozent verringern.
Gewicht und Fleischgeschmack unverändert
Zudem zeigte sich, dass die Tiere mit dem Algen-Futter genauso viel Gewicht zunahmen wie die Kontrolltiere. Und das, obwohl sie pro Tag ungefähr ein bis zwei Kilogramm Trockenmasse weniger aufnahmen. „Die tägliche Trockenmasseaufnahme sank in der Gruppe mit niedriger Dosierung um acht Prozent und bei der hohen Dosis signifikant um 14 Prozent, während weder bei der niedrigen noch bei der hohen Behandlungsgruppe erhebliche Effekte auf die tägliche Gewichtszunahme im Vergleich zur Kontrollgruppe festgestellt wurden“, so die Forscher. Und nicht nur die Gewichtszunahme der Ochsen unterschied sich nicht von der Kontrollgruppe, sondern auch die Qualität des Fleischs nach der Schlachtung: Laut der Bewertungen zeigten sich durch das Algen-Futter keine Auswirkungen auf den Fett-, Protein- oder Kohlenhydratgehalt sowie auf die Feuchtigkeit oder den Geschmack und die Konsistenz des Fleisches.





