Die pflanzenfressenden Pachycephalosaurier kamen während der Kreidezeit auf der Nordhalbkugel vor. Bekannt sind diese zweibeinig laufenden Dinosaurier für ihren auffälligen kuppelförmigen Kopf, der durch einen stark verdickten und vergrößerten Schädelknochen zustande kam. Diese deshalb auch Dickkopfsaurier genannten Tiere entwickelten dieses spezielle Körpermerkmal im Zuge der Evolution wahrscheinlich, um mit dem Schmuck Sexualpartner anzulocken oder um Konkurrenten um diese Partner per Kopfstoß-Duell zu übertrumpfen. „Die Kuppeln hätten weder Schutz vor Raubtieren geboten noch zur Temperaturregulierung beigetragen, daher dienten sie wahrscheinlich eher dazu, sich zu präsentieren und um die Gunst potenzieller Partner zu werben“, erklärt Seniorautorin Lindsay Zanno von der North Carolina State University.

Wann genau und warum sich die Pachycephalosaurier und ihr domförmiger Kopf entwickelten, war bislang jedoch unklar. Denn es wurden bisher nur wenige Fossilien dieser Dino-Art gefunden, von denen zudem viele unvollständig waren. „Pachycephalosaurier sind ikonische Dinosaurier, aber sie sind auch selten und mysteriös“, sagt Zanno.
Gut erhaltenes Dino-Fossil füllt Wissenslücken
Jetzt haben Forschende um Zanno und Erstautor Tsogtbaatar Chinzorig von der Mongolischen Akademie der Wissenschaften in Ulaanbaatar ein neues Pachycephalosaurier-Fossil gefunden. In der Wüste Gobi in der Mongolei entdeckten sie das bemerkenswerte Skelett eines kleinen Pachycephalosauriers mit Kuppelkopf. Sie nannten ihn Zavacephale rinpoche. „Zava“ ist tibetisch und bedeutet „Wurzel“ oder „Ursprung“, „cephal“ ist Latein für „Kopf“. „Rinpoche“ ist tibetisch für „kostbar“ und bezieht sich auf den gewölbten Schädel, den die Paläontologen wie ein exponiertes Juwel auf einer Klippe vorfanden. Die Knochen stammen aus einer Gesteinsformation aus der frühen Kreidezeit. Damals war das mongolische Tal noch keine Wüste, sondern von Seen durchzogen und von Klippen oder Steilwänden umgeben.
Analysen des Fossils enthüllten, dass dieser Dickkopfsaurier nur etwa einen Meter lang war und 5,85 Kilogramm wog. Ausgewachsene Pachycephalosaurier konnten bis zu 4,3 Meter lang und bis zu 410 Kilogramm schwer werden. Deswegen und aufgrund der jugendlichen Knochenstruktur des neuen Fossils gehen die Forschenden davon aus, dass es sich bei Zavacephale rinpoche um einen Dino-Teenager handelt. Da seine Kuppel zwar nur wenige der sonst üblichen Verzierungen aufwies, aber insgesamt bereits gut entwickelt war, war er zum Todeszeitpunkt wahrscheinlich schon geschlechtsreif, vermutet das Team. Obwohl sein Körper noch eher kindlich war, hatte er also bereits den Kopf eines jungen Erwachsenen.






