Das Washingtoner Artenschutzabkommen, auf Englisch auch CITES genannt, besteht seit dem 3. März 1973 und wurde seitdem von 184 Staaten unterzeichnet. Die Länder verpflichten sich, bedrohte Tiere und Pflanzen vor der Ausrottung zu bewahren. Inzwischen fallen circa 33.000 Pflanzen- und rund 6.000 Tierarten unter das Abkommen. Der Handel mit diesen Spezies ist entweder komplett verboten oder nur unter strengen Bedingungen erlaubt. Alle drei Jahre treffen sich die Vertragsstaaten, Naturschützer und Handelsvertreter, um die Zusammensetzung dieser Liste zu aktualisieren.
Wie schützt das Abkommen bedrohte Arten?
Innerhalb des Washingtoner Abkommens gibt es drei verschiedene Schutzkategorien. Tiere und Pflanzen der ersten Kategorie, auch „Anhang I“ genannt, dürfen international nicht gehandelt werden. Der Begriff „Handel“ ist hier im Sinne von Exporten und Importen zwischen verschiedenen Ländern zu verstehen. Der Handel innerhalb eines Staates wird dagegen von dem Abkommen nicht erfasst. In Anhang I werden vor allem akut vom Aussterben bedrohte Arten wie Menschenaffen, Großwale, Tiger, Asiatische Elefanten und Graupapageien geführt.
Die meisten Arten sind allerdings in Anhang II gelistet. Sie sind noch nicht vom Aussterben bedroht, aber potenziell durch den Handel gefährdet. Ein Platz in Anhang II bedeutet, dass zwar mit einer Art gehandelt werden kann, dieser Handel den Fortbestand der Art aber nicht beeinträchtigen darf. Das gilt zum Beispiel für Landschildkröten, Krokodile, Rosenhölzer oder Haie. Anhang III enthält Arten, die lediglich in einem bestimmten Land vom Handel ausgeschlossen sind. Dazu gehören etwa Zibetkatzen aus Indien, Ameisenbären aus Guatemala oder Höckerschildkröten aus den USA.
„Mit seiner nahezu weltweiten Gültigkeit, verbindlichen Entscheidungen und Sanktionsmöglichkeiten ist CITES trotz seiner 50 Jahre das schärfste Schwert, das wir im internationalen Artenschutz haben“, erklärt Sandra Altherr von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. „Afrikanische Elefanten, Ozelote, Buckelwale oder Hellrote Aras wären heute vermutlich ausgerottet, wenn CITES nicht die Reißlinie gezogen hätte. Handelsverbote für Elfenbein und Walfleisch aus den 1980er Jahren, aber auch die jüngste Unterschutzstellung von 60 Hai- und 37-Rochenarten 2022 sind historische Meilensteine.“
Noch Luft nach oben beim Artenschutz
Obwohl sich das Washingtoner Artenschutzabkommen durchaus bewährt hat, ist es jedoch längst nicht perfekt. Artenschutzorganisationen kritisieren unter anderem, dass in den Anhängen des Abkommens noch einige Tiere und Pflanzen fehlen – darunter sogar solche, die bereits auf der Roten Liste vom Aussterben bedrohter Arten stehen. Das liegt auch daran, dass die CITES-Konferenzen nur alle drei Jahre stattfinden und nur dann die Zusammensetzung der Anhänge neu ausgelotet werden kann. Zu langsam, um mit dem aktuellen Artensterben mitzuhalten, rügt die Organisation Pro Wildlife.





