Eine häufig angewendete Operation zur Vorbeugung von Frühgeburten ist weniger effektiv als vermutet. Das legt eine Studie britischer Forscher nahe. Eine so genannte Cerclage oder Shirodkar-Operation, bei der der Gebärmutterhals zugenäht wird, senkt das Risiko einer verfrühten Geburt nur geringfügig. Das berichten Kypros Nicolaides vom Kings-College-Hospital in London und seine Kollegen in der Fachzeitschrift The Lancet (Bd. 363, S. 1849).
Je kürzer der Gebärmutterhals einer Frau ist, desto größer ist ihr Risiko für eine Frühgeburt. Die Mediziner hatten an mehr als 250 Frauen mit sehr kurzem Gebärmutterhals untersucht, ob der Verschluss des Muttermundes einer frühzeitigen Entbindung entgegenwirkt. Dazu wendeten die Forscher bei der Hälfte der Teilnehmerinnen die Methode an, während die anderen teilnehmenden Frauen unbehandelt blieben.
Die Shirodkar-Operation hatte kaum einen Einfluss auf den Anteil der Frühgeburten, fanden die Forscher. Von den werdenden Mütter, deren Gebärmutterhals verschlossen worden war, hatten 22 Prozent eine Frühgeburt. Bei den Frauen ohne die Operation waren es 26 Prozent. Bei beiden Gruppen lag die Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt allerdings deutlich höher als das durchschnittliche Risiko, das bei etwa 5 Prozent liegt.
Die Länge des Gebärmutterhalses war mittels einer Ultraschalluntersuchung festgestellt worden. Diese Untersuchung in der 22. bis 24. Woche eignet sich offenbar gut, um Frauen mit einem hohen Risiko für eine Frühgeburt ausfindig zu machen, sagen die Mediziner. Schwangeren mit einer drohenden Frühgeburt wird zumeist strenge Bettruhe in Seitenlage oder mit erhöhtem Becken verordnet. Mit Medikamenten, die den Wehen entgegenwirken, wird die Geburt möglichst lange herausgezögert, bis die Lungen des Ungeborenen weit genug entwickelt sind. Die Lungenreife kann zusätzlich durch die Gabe von Kortison beschleunigt werden.
ddp/bdw ? Cornelia Pfaff





