Wer in den vergangenen Jahren nachhaltig einkaufen wollte, war auf vielen Produkten mit einer Vielzahl von Siegeln konfrontiert. Grüne Blätter, kleine Erdkugeln und Versprechen wie „umweltfreundlich“, „ökologisch“ oder „klimaneutral“. Doch nicht hinter jeder Kennzeichnung steckten auch wirklich überprüfbare Umweltstandards.
Seit dem 27. September 2026 gelten deswegen in Deutschland neue EU-Vorgaben gegen Greenwashing. Unternehmen dürfen ihre Produkte nicht mehr ohne entsprechende Grundlage mit allgemeinen Begriffen wie „grün“ oder „umweltfreundlich“ bewerben. Auch für Nachhaltigkeitssiegel gelten strengere Regeln. Sie müssen entweder von staatlichen Stellen stammen oder auf einem unabhängigen Zertifizierungssystem beruhen. Außerdem müssen die Kriterien öffentlich zugänglich sein. Hersteller dürfen zudem nicht mehr behaupten, ein Produkt sei klimaneutral, wenn sich diese Aussage lediglich auf den Ausgleich von Treibhausgasemissionen durch Klimaschutzprojekte stützt.
Doch an welchen Siegeln kann man sich jetzt orientieren? Wir stellen Ihnen fünf vertrauenswürdige Siegel vor.

Mit diesen fünf TOP-Umweltsiegeln behalten Sie den Überblick. — © Umweltbundesamt
Für Lebensmittel: Das EU-Bio-Siegel und Deutsche Bio-Siegel
Das EU-Bio-Siegel ist grün mit weißen Sternen in Blattform. Sie finden das Siegel auf Lebensmitteln und Futtermitteln aus kontrollierter ökologischer Landwirtschaft. Auch weitere unverarbeitete landwirtschaftliche Produkte wie Baumwolle tragen das Siegel. Produkte mit diesem Siegel müssen die Vorgaben der EU-Öko-Verordnung erfüllen. Diese regelt unter anderem den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln sowie die Tierhaltung. So sind beispielsweise chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel weitgehend verboten und auch für die Tierhaltung gelten besondere Anforderungen.
Gut zu wissen: Anders als Begriffe wie „natürlich“ oder „kontrolliert“ ist die Bezeichnung „Bio“ bei Lebensmitteln gesetzlich geschützt. Das sechseckige deutsche Bio-Siegel erfüllt dieselben Anforderungen wie das EU-Bio-Siegel und kann manchmal zusätzlich auf der Verpackung stehen.
Für Alltagsprodukte: Blauer Engel
Der Blaue Engel ist schon über 40 Jahre alt und damit das älteste Umweltzeichen der Welt. Mittlerweile gibt es den Blauen Engel für mehr als 100 Produktgruppen und Dienstleistungen. Dazu zählen unter anderem Recyclingpapier, Möbel, Farben, Reinigungsmittel und Elektrogeräte. Das Siegel kennzeichnet Produkte, die im Vergleich zu ähnlichen Angeboten besonders hohe Umweltstandards erfüllen. Die Anforderungen unterscheiden sich dabei je nach Produktgruppe. Bewertet werden beispielsweise der Ressourcenverbrauch bei der Herstellung, die Langlebigkeit und Reparierbarkeit oder der Einsatz gesundheitsschädlicher Chemikalien. Teilweise werden auch soziale Aspekte einbezogen.
Für Reinigungsmittel, Textilien und Reiseunterkünfte: Das EU Ecolabel
Das EU Ecolabel, auch Euroblume genannt, ist das offizielle Umweltzeichen der Europäischen Union. Das Siegel wird für mehr als 20 Produktgruppen vergeben. Dazu gehören unter anderem Wasch- und Reinigungsmittel, Textilien, Farben und Lacke. Auch Hotels und Campingplätze können damit ausgezeichnet werden. Das Siegel kennzeichnet Produkte und Dienstleistungen, die im Vergleich zu ähnlichen Angeboten geringere Umweltauswirkungen haben. Für jede Produktgruppe gibt es einen eigenen Kriterienkatalog. Dabei werden verschiedene Phasen des Produktlebens berücksichtigt, von der Herstellung bis zur Entsorgung. Das EU Ecolabel ist die EU-Variante des Blauen Engel. Weil der Blaue Engel schon länger existiert, ist das Siegel in Deutschland nicht so verbreitet.
Für Elektrogeräte: Das EU-Energielabel
Dieses Label kennen die meisten bereits. Das EU-Energielabel ist gesetzlich verpflichtend für mehr als 20 Produktgruppen wie Kühlschränke, Wäschetrockner oder Fernseher. Die Farbskala reicht von Dunkelgrün (= sehr gut) bis Rot (= sehr schlecht) und zeigt, wie energieeffizient ein Produkt ist. Bei vielen Produktgruppen werden die Energieeffizienzklassen auch mit Buchstaben von A (= sehr gut) bis G (= sehr schlecht) angegeben. Je nach Gerät enthält das Label zudem Informationen über den Strom- und Wasserverbrauch oder zur Lautstärke.
Für Kleidung: Der Grüne Knopf
Der Grüne Knopf ist ein Siegel für Textilien und vereint sowohl Umwelt- und Sozialanforderungen an das Produkt als auch Anforderungen an die Sorgfaltspflicht des Unternehmens. Zu den Umweltanforderungen zählen bislang die Vermeidung gefährlicher Substanzen, die Verminderung von Abwasseremissionen und die Schadstoffprüfung bei Natur- und Chemiefasern. Zu den Sozialanforderungen gehört das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, die Zahlung von Mindestlöhnen, Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit. Bislang umfasst das Siegel allerdings noch nicht die komplette Lieferkette - das ist aber geplant.
Quelle: Umweltbundesamt





