Die ökologische Landwirtschaft verzichtet typischerweise auf Kunstdünger und Pestizide, auch in der Tierhaltung soll sie eine artgerechtere Haltung von Kuh, Schwein und Co garantieren. Häufig bietet die kleinteiligere Feldwirtschaft zudem Insekten, Vögeln und anderen Tieren der Agrarlandschaft mehr Futter und Refugien als die Monokulturen des konventionellen Anbaus. Der Ökolandbau gilt deshalb oft als vielversprechende und vor allem nachhaltigere Alternative.
Umfassender Multi-Parameter-Vergleich
Doch was ist dran an den hohen Erwartungen? Die Leistungen des Ökolandbaus für Umwelt und Gesellschaft haben nun Forscher um Jürn Sanders und Jürgen Heß vom Thünen-Institut näher untersucht. Für ihre Metastudie werteten sie 528 Veröffentlichungen aus, in denen insgesamt 33 Vergleichsparameter zwischen ökologisch und konventionell wirtschaftenden Betrieben betrachtet wurden. So ergaben sich mehr als 2800 Einzelvergleiche. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Bereiche Wasserschutz, Bodenfruchtbarkeit, biologische Vielfalt, Klimaschutz und -anpassung, Ressourceneffizienz und Tierwohl gelegt.
Es zeigte sich: In vielen Bereichen ist die ökologische Landwirtschaft tatsächlich umwelt- und ressourcenschonender als die konventionelle. “Bei 58 Prozent der analysierten Vergleichspaare wies die ökologische Bewirtschaftung gegenüber der konventionellen Variante Vorteile auf”, berichten die Forscher. Allerdings: “Bei 28 Prozent konnte keine Unterschiede festgestellt werden, bei 14 Prozent der Vergleichspaare war die konventionelle Variante vorteilhafter.”
Klare Vorteile bei Umweltschutz und Ressourceneffizienz
Konkret hat der Ökolandbau vor allem bei Wasser, Boden, Ressourceneffizienz und Artenvielfalt die Nase eindeutig vorn. Vor allem der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Dünger sorgt für eine geringere Belastung von Grundwasser und Böden. “Im Mittel vermindert eine ökologische Bewirtschaftung die Stickstoffausträge um 28 Prozent”, so die Forscher. Auch Phosphor, Pestizide und Tierarzneimittel gelangen weniger in die Umwelt.
Positive Effekte hat dies vor allem auf die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft: “Im Mittel (Median) lagen die mittleren Artenzahlen der Ackerflora bei ökologischer Bewirtschaftung um 95 Prozent, bei der Acker‐Samenbank um 61 Prozent und der Saumvegetation um 21 Prozent höher”, berichten die Wissenschaftler. Auch die Artenzahl der Feldvögel und der blütenbesuchenden Insekten war auf ökologisch bewirtschafteten Flächen zwicshen20 und 30 Prozent höher. Ebenfalls positiv wirke sich der Ökolandbau auf die Bodenfruchtbarkeit und die Bodenlebewesen aus.




